SPD-Kritik an Groscheks "wahrer SPD"

Thorsten Schäfer-Gümbel

SPD-Kritik an Groscheks "wahrer SPD"

Von Martin Teigeler

  • Kritik an Michael Groscheks Initiative "Die wahre SPD"
  • Interims-Bundesvorsitzender Schäfer-Gümbel gegen "Teilgruppen"
  • Neue Gruppierung will sich bald treffen

Der kommissarische SPD-Bundesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel steht der Initiative "Die wahre SPD" von Ex-Landeschef Michael "Mike" Groschek skeptisch gegenüber. "Ich habe Mike gesagt, was ich davon halte", sagte Schäfer-Gümbel am Dienstag (18.06.2019) nach einem Besuch der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. "Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, dass es Teilgruppen gibt."

Kutschaty ebenso kritisch

Thomas Kutschaty

SPD-Fraktionschef im Landtag: Thomas Kutschaty

Fraktionschef Thomas Kutschaty sagte, dass man "solche Untergruppierungen nicht brauche", er habe bisher auch "keine großartigen Aktivitäten dieser Initiatoren" wahrgenommen. Ob es "überhaupt Anhänger" der Initiative in der Landtagsfraktion gebe, könne er nicht sagen. Es gebe dafür "nicht viel Begeisterung".

Ex-Landesminister Groschek ist der Macher von "Die wahre SPD". Die Bewegung will einen vermeintlich drohenden Linksruck verhindern. Dem WDR sagte Bundesvorstandsmitglied Groschek, der Titel sei vielleicht anmaßend, aber es komme darauf an, dass man die Alltagssorgen der Menschen in den Mittelpunkt stelle.

Gibt es für die SPD noch Hoffnung?

WDR RheinBlick 07.06.2019 42:44 Min. Verfügbar bis 07.06.2020 WDR Online

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Nach WDR-Informationen ist noch vor der Sommerpause ein nicht-öffentliches Treffen von "Die wahre SPD" geplant. Auch ein Thesenpapier solle entstehen. Im September soll dann eine größere Versammlung stattfinden. Laut Medienberichten sollen auch die Ex-Landesminister Harald Schartau und Ernst Schwanhold bei Groscheks Vorstoß mitmachen.

Kein Kommentar von einigen Anhängern

Schartau war für einen Kommentar nicht zu erreichen. Mehrere SPD-Politiker, die als Anhänger der neuen Gruppe genannt wurden, reagierten am Dienstag nicht auf Anfragen.

Ernst Schwanhold

Der frühere NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold

Das Wort Linksruck nahm Ex-NRW-Wirtschaftsminister Schwanhold im Gespräch mit dem WDR nicht in den Mund. Eine "Sammlungsbewegung" wolle man sein, die das Profil der SPD als "Problemlösungspartei" stärken solle.

Herfords SPD-Bürgermeister und Groschek-Mitstreiter Tim Kähler sagte: "Es geht bei der ‚wahren SPD‘ nicht um neue Seilschaften oder um Grüppchenbildung - und auch nicht darum, bestimmte Leute an der Parteispitze zu verhindern." Die SPD müsse "offen und hart über Inhalte diskutieren. Dazu gehört für mich auch, dass ich als Bürgermeister gegen Verstaatlichungs-Thesen bin".

SPD im Dauertief

Wahlpleiten, Umfragetief, Kursdebatten – die Sozialdemokraten ringen derzeit über ihren künftigen Kurs und die Zukunft der Koalition mit der Union. Nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles plädierten Kutschaty und Schäfer-Gümbel für eine breite Beteiligung der Basis bei der Suche nach einer neuen SPD-Führung. Notfalls solle sich die Partei dafür lieber "einen Monat mehr Zeit nehmen", sagte Kutschaty.

SPD - Ist sie noch zu retten? Westpol 02.06.2019 UT DGS Verfügbar bis 02.06.2020 WDR

Stand: 18.06.2019, 17:43