Schulstart in zwei Wochen: Eltern fürchten vierte Corona-Welle

Schülerin mit Maske im Unterrcith an ihrem Platz

Schulstart in zwei Wochen: Eltern fürchten vierte Corona-Welle

Von Lena Sterz

Zwei Wochen vor Ende der Sommerferien ist noch vieles unklar. Wird das neue Schuljahr genauso wie das letzte? Ein Überblick.

"Wir schauen ängstlich auf das neue Schuljahr. Ängstlich, weil die vierte Welle vor der Tür steht und die Schulen noch nicht genug Luftfilter haben", fasst Sebastian Krebs, stellvertretender Landeschef der Lehrer-Gewerkschaft GEW, die Stimmung vor dem Schulstart in NRW zusammen.

Schüler mit Maske und Büchern in einem Klassenraum

Die vierte Welle steht vor der Tür

Zwar schätzt er nach Gesprächen mit Schulleitungen die Impfquote unter Lehrkräften auf "um die 90 Prozent" und sein Kollege Andreas Bartsch vom Lehrerverband NRW die der Erstgeimpften auf "um die 80 Prozent". Aber trotzdem gehen beide davon aus, dass dieses Schuljahr kein normales werden wird.

"Wir haben keine ordentlichen Pläne in der Schublade, und es wurde auch nicht gesagt, wie der Unterricht aussehen soll", kritisiert Krebs die Landesregierung. Das Schulministerium verweist auf Anfrage auf die bestehenden Hygienekonzepte. Und "rechtzeitig vor dem Start ins Schuljahr" werde es konkrete Informationen zum Unterrichtsbetrieb geben.

Ärztekammer Nordrhein: Erst alle Erwachsenen impfen

WDR 5 Morgenecho - Interview 02.08.2021 06:17 Min. Verfügbar bis 02.08.2022 WDR 5


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Lehrer, Eltern und wohl auch die meisten Schüler und Schülerinnen hoffen, dass dieses Schuljahr ohne Distanz- und Wechselunterricht laufen kann. Das Ministerium betont aber, dass man das Infektionsgeschehen mit Blick auf "Reiserückkehrer sowie die Delta-Variante des Coronavirus" im Blick behalten werde. Familienminister Joachim Stamp (FDP) hofft, dass bald nur noch positiv getestete Schüler in Quarantäne müssen und nicht mehr alle ihre Kontaktpersonen.

Fest stehen drei Dinge: Mindestens bis zu den Herbstferien sollen Schüler und Schülerinnen zwei Mal pro Woche getestet werden, die Maskenpflicht gilt weiter - und Luftfilteranlagen in den Schulen sind weiter Mangelware.

Die Grundschulen in Düsseldorf sind da positive Ausnahmen: Hier werden die Ferien genutzt, um Luftfiltergeräte einzubauen. In den meisten anderen Orten in NRW ist man davon noch weit entfernt: Es wurde zwar ein neuer, 90 Millionen schwerer Fördertopf von Bund und Land beschlossen, mit dem Luftfilter oder neue Fenster in Schulen und Kitas bezahlt werden können. Aber bisher konnte dieses Geld noch gar nicht beantragt werden: Die Förderrichtlinien würden zurzeit noch mit dem Kanzleramt abgestimmt, heißt es aus dem NRW-Heimatministerium.

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Ohnehin ist das Geld nur für Klassenräume für unter Zwölfjährige vorgesehen, die nicht gut belüftbar sind, weil etwa die Fenster nur gekippt werden können. Ein Fehler, meint Andreas Bartsch vom Lehrerverband. "Die Luftfiltergeräte brauchen wir flächendeckend."

Dario Schramm

"Ausnahmsweise einen Plan gemacht?"

Auch Schülervertreter Dario Schramm aus Bergisch Gladbach kritisiert eine mangelnde Vorbereitung der Politik auf den Schulstart nach den Sommerferien. "Wir starten jetzt wieder in den Unterricht in den Bundesländern mit dem Credo 'Das wird schon gut gehen - toi, toi, toi', aber ohne tatsächlich sich mal ausnahmsweise einen Plan gemacht zu haben", sagte Schramm am Montag im Interview mit dem Fernsehsender Phoenix.

Jugendliche, die gegen das Coronavirus geimpft sind, sind derweil noch klar in der Unterzahl: Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen wird der Anteil der Erstgeimpften auf 20 Prozent geschätzt.

Stand: 03.08.2021, 06:00