Dutzende "verrufene Orte" in NRW

Dutzende "verrufene Orte" in NRW

  • Laut Polizei Dutzende "verrufene Orte" in NRW
  • Beamte können dort ohne Anlass Personen überprüfen
  • Die meisten gefährlichen Orte gibt es in Köln

Rund zwei Dutzend Straßen und Plätze in NRW gelten nach Einschätzung der Polizei als gefährlich. Das teilte das Innenministerium am Mittwoch (19.04.2017) auf eine Anfrage der CDU mit.

Jäger: Mehr polizeiliche Präsenz

"Es gibt immer noch Angsträume, und die müssen wir angehen", sagte Innenminister Jäger (SPD) dem WDR. "Zwei Dinge sind notwendig: mehr polizeiliche Präsenz, und wir brauchen helle Plätze."

Laut NRW-Polizeigesetz ist ein "verrufener Ort" einer, an dem sich häufig Straftäter aufhalten sowie Menschen, die gegen das Aufenthaltsrecht verstoßen. Beamte dürfen dort anlassunabhängig die Identität von Personen kontrollieren.

Spitzenreiter mit 13 Örtlichkeiten ist Köln

Polizisten kontrollieren Fahrzeuge

Polizei: "Keine Ortsteile stigmatisieren"

Für Köln werden 13 solcher Orte aufgeführt. Wo sich diese befinden, wollte die Kölner Polizei gegenüber dem WDR nicht sagen. "Wir wollen keine Ortsteile stigmatisieren", so Polizeisprecher Christoph Gilles. Die Einstufung als verrufener Ort bedeute nicht, dass es sich dabei um einen Kriminalitätsschwerpunkt handele.

Die Kreispolizeibehörde Recklinghausen meldete sechs Orte. Es handele sich um "größere Wohngebäude in Marl, Bottrop und Recklinghausen". Dort hätten sich gesuchte Straftäter aufgehalten.

Ministerium: Verrufene Orte keine No-Go-Areas

Das NRW-Innenministerium wies darauf hin, die Einordnung eines Ortes als "verrufen" oder "gefährlich" diene allein der leichteren Identitätsfeststellung durch die Polizei. Es handele sich dabei keineswegs um sogenannte No-Go-Areas – diese gebe es in NRW nicht.

Stand: 20.04.2017, 13:24