Mehr Unfälle und Verkehrstote in NRW

Reul stellt NRW-Verkehrsunfallstatistik vor WDR aktuell 27.02.2019 01:49 Min. Verfügbar bis 27.02.2020 WDR

Mehr Unfälle und Verkehrstote in NRW

Von Christian Wolf

  • 2018 starben 490 Menschen bei Verkehrsunfällen in NRW
  • Besonders gefährdet sind Radfahrer
  • Handynutzung im Verkehr nimmt weiter zu

Auf den Straßen von Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten. So registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 660.629 Unfälle (plus 6.821), bei denen 490 Menschen ums Leben kamen (plus sechs). Das gab NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch (27.02.2019) bekannt.

131 Menschen seien wegen zu hoher Geschwindigkeit gestorben, 30 wegen Alkohol- und Drogenmissbrauchs und 38 Personen seien nicht angeschnallt gewesen. "Das sind Zahlen, die man zum Teil nicht mehr versteht", sagte Reul.

Besonders gefährdet sind Radfahrer

Beunruhigt zeigte sich der Minister über die Unfälle mit Radfahrern. So seien in 2018 mehr als 16.700 Menschen auf Zweirädern verunglückt - 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 55 Radfahrer seien ums Leben gekommen.

Herbert Reul, 26.02.2019

Innenminister Herbert Reul

"Das ist ein Trend, der uns Sorgen macht", sagte Reul. Es sei zu spüren, dass immer mehr Menschen in den Städten das Rad nutzen. Eine Folge seien die steigenden Unfallzahlen. Einen vergleichbaren Trend gebe es auch bei elektrischen Rädern.

Unfallstatistik: Unfälle mit E-Bikes Lokalzeit aus Aachen 27.02.2019 03:13 Min. Verfügbar bis 27.02.2020 WDR Von Purvi Patel

Keine Helmpflicht - noch

Eine Helmpflicht schließt der Minister nicht mehr kategorisch aus. "Ich habe da keine abgeschlossene Meinung. Aber ich gebe zu, ich wackle. Ich werde zunehmend nachdenklich", sagte Reul. "Im Moment" sei er aber noch nicht für eine Pflicht und hoffe, dass sich der Kopfschutz auch so durchsetze.

Handys bleiben ein Problem

Auch auf zwei Entwicklungen wies der Innenminister hin. So habe es 2018 knapp 139.000 Unfallfluchten gegeben - 16 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Zudem würden wieder mehr Verkehrsteilnehmer bei der Handynutzung erwischt (166.875).

GdP fordert Helmpflicht für Radfahrer

WDR 2 27.02.2019 03:32 Min. Verfügbar bis 27.02.2020 WDR Online

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Stand: 27.02.2019, 12:28

Kommentare zum Thema

12 Kommentare

  • 12 Radler 28.02.2019, 08:42 Uhr

    Ich wäre schon für die Helmpflicht. Aber mehr bin ich für gescheite Konzepte für Radfahrer in den Städten um brenzlige Situationen zu vermeiden und auch Radwege von Ortschaften zu anderen Ortschaften. Feldwege gehen nicht immer. Der Helm hat mir schon einige gute Dienste erwiesen. Bin aus eigenem Verschulden in den Anhänger eines abbiegenden Autos gefahren und dann mit dem Rad über den Anhänger gefallen. Ohne Helm würde ich diese Zeilen wohl nicht schreiben können.

  • 11 Biker-1976 28.02.2019, 08:23 Uhr

    (Zwei-) Radfahrer contra PKW/LKW: Das ganze Gerede um Helmpflicht und womöglich noch hochglänzend blinkende Schutzkleidung ist meiner Meinung nach müßig, nur eine saubere Trennung und Führung der Radwege wäre hilfreich. Meine Erfahrungen als (Motor- und Fahr-) Radfahrer zeigen: wenn "sie" Dich nicht sehen wollen, weil Du in ihrerm Paralleluniversum ("Sicherheitsfahrgastzelle") nicht vorkommst, werden "sie" Dich nicht sehen! Es ist mir mehr als einmal passiert, das so ein Dosentreiber gewartet, mich angeguckt und dann die Vorfahrt genommen hat. Es müssten für solche asozialen Subjekte öfter und länger Fahrverbote ausgesprochen werden, so dass sie ausführlich die Möglichkeit haben, die andere Seite kennenzulernen - neudeutsch: "learning by doing"!

  • 10 André Matthée 28.02.2019, 08:04 Uhr

    Hallo zusammen, die Zahlen wundern mich nicht, bei der für mich gefühlt steigenden Agrression der Autofahrer. Auch steigt denke ich die Arroganz und das Ellbogenverhalten, je größer der SUV desto weniger muss ich auf den umliegenden Verkehr achten. Vor kurzem wurde berichtet, das die SUV angeblich zu geruhigterem Fahren führen, da sie größer und schwerer sind. Den Eindruck habe ich bislang nicht gewinnen können. Das ist natürlich wie immer nicht auf alle Fahrer anwendbar, aber da ich täglicher Auto Pendler bin denke ich schon, das ich die Situation einigermaßen einschätzen kann und ich freue mich über jeden Verkehrsteilnehmer, der weiss wie ein Reißverschluss funktioniert, der eine Kreuzung, oder Einfahrt frei lässt und nicht seinen Motor in meinem Kofferraum parkt. Ich wohne in einer 30er Zone und frage zu JEDEM Blitzermarathon an, da dort ausser den Anwohner NIEMAND 30 fährt.

  • 9 Stauner 28.02.2019, 06:55 Uhr

    Die Anzahl der Opfer ist auch durch den LKW-Verkehr begründet. Permanent und immer häufiger Rasen LKWs ins Stauende. Kein wunder, wenn man bedenkt das teilweise auf Autobahnen 80.000 PKWs und 40.000 LKWs gezählt werden. Termindruck - die Firmen verlagern die Ware auf die Strecke um Kosten zu sparen....Eine Baustelle gefolgt von der Nächsten. Kein Wunder. Den Rest übernehmen die Transporter. Täglich ein Todesopfer wo der LKW-bzw. Transporterfahrer schuld sind. Wildgewordene Radfahrer sorgen für den weiteren Anstieg.

  • 8 Nils 27.02.2019, 22:14 Uhr

    ob Herr Reul wohl auch selbst schon Erfahrung auf dem Pedelec sammeln konnte?

  • 7 Wipprecht, Georg 27.02.2019, 22:07 Uhr

    Zu den gestiegenen Unfallzahlen mit Radfahrern fehlt mir das Verhältnis zu der Anzahl der Fahrten mit dem Fahrrad und auch dem Radverkehrsanteil, beides wird sich auch verändert haben.

  • 6 Radfahrender 27.02.2019, 21:37 Uhr

    Der Herr Innenminister macht es sich mit seinen Gedanken über die Helmpflicht zu leicht. Die Rad Fahrenden, die im Verkehr mit tödlichen Verletzungen verunfallten, waren in den allermeisten Fällen Opfer abbiegender LKW oder Busse. So zuletzt 2x in Folge in Aachen und immer wieder auch in Köln. Ich kann dem Herrn Innenminister nur empfehlen, die Städte, die keine sichere Verkehrsinfrastruktur für Rad Fahrende bereithalten, wegen Gefährdung von Verkehrsteilnehmern durch unsachgemäße Verkehrsführung mit Strafe zu drohen. In der Sache Radhelm muss man eben auch eines unterscheiden: Die Gurtpflicht beim Kfz ist durch die Betriebsgefahr des Kfz begründet. Diese fällt bei einem Fahrrad aber weg. Das Fahrrad ist ein sicheres Verkehrsmittel - das Auto eben nicht. Das der Herr Innenminister in seiner Meinung schwankt zeigt, wie dünn seine Argumentation ist. Wie wäre es denn mit einer Helmpflicht für den Haushalt? Die meisten Unfälle passieren dort. Oder für das Bett? Die Meisten sterben dort

    Antworten (1)
    • Nils 27.02.2019, 22:19 Uhr

      Ja, der Herr Innenminister… der Tellerrand scheint eine unüberwindbare Hürde.

  • 5 Thomas Wulle 27.02.2019, 20:56 Uhr

    Offensichtlich starben 2018 viel mehr Autofahrer als Radfahrer in NRW auf den Straßen. Daher möchte ich eine Helmpflicht für Autofahrer empfehlen. Damit könnte man schwere Kopfverletzungen bei Autofahrern verringern. Da ausreichend Einfädelungsspuren und Wendeplätze für den PKW-Verkehr zur Verfügung stehen, sind Baumaßnahmen zur Senkung von Kopfverletzungen bei PKW-Unfällen meiner Meinung nach nicht nötig. Eine Helmpflicht für Radfahrer scheint mir dagegen wegen der geringeren Todesfallzahlen mit Kopfverletzungen weniger wichtig. Außerdem sollte den meist schuldlosen Radfahrern nicht der Kosten- und Zeitaufwand für Maßnahmen dagegen aufgebürdet werden. Ich finde, für Radfahrer besteht wesentlich mehr Handlungsbedarf beim Ausbau von endenden Radwegen zur sicheren Einfädelung in den fließenden Verkehr. In diesem Punkt unterstütze ich sehr die Forderung der GdP.

  • 4 BB 27.02.2019, 20:03 Uhr

    Helmpflicht für Fußgänger!

  • 3 xyz 27.02.2019, 18:48 Uhr

    So ein Helm ist natürlich auch wichtig, wenn man unter dem LKW liegt. .. es ist so klar, das wenn man kein Konzept hat, die Schuld natürlich erst bei den schwächsten Verkehrsteilnehmern sucht, statt an der Infrastruktur zu ändern, damit es erst garnicht zum Unfall kommt. ...

  • 2 Matthias 27.02.2019, 18:44 Uhr

    So ein Helm ist natürlich auch wichtig, wenn man unter dem LKW liegt. .. es ist so klar, das wenn man kein Konzept hat, die Schuld natürlich erst bei den schwächsten Verkehrsteilnehmern sucht, statt an der Infrastruktur zu ändern, damit es erst garnicht zum Unfall kommt. ...