AfD-Ärger um Höcke-Auftritt in Höxter

Björn Höcke (AfD) betritte eine Bühne

AfD-Ärger um Höcke-Auftritt in Höxter

Von Christoph Ullrich

In der NRW-AfD herrscht intern große Aufregung. Landeschef Lucassen will im Dezember gemeinsam mit Björn Höcke in Höxter auftreten.

Als die Veranstaltung unter dem Motto "30 Jahre Wiedervereinigung - Opposition in Ost und West" auf Facebook angekündigt war, schlugen über die Parteilager hinweg die Wogen hoch. Der NRW-Landeschef gemeinsam mit seinem thüringischen Amtskollegen auf einer Bühne? In anderen Parteien kein Problem, in der AfD ein Politikum.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Thüringens Landeschef ist nämlich Björn Höcke. Die Leitfigur des ehemaligen Flügels, jener AfD-nahen Organisation, deren Protagonisten auch nach der Auflösung auf dem Zettel des Verfassungsschutzes stehen.

Die internen Chats laufen heiß

Dass er gemeinsam zu einem Vortrag mit Rüdiger Lucassen, dem NRW-Parteichef, auf eine Bühne geht, überrascht dann schon. Stand der NRW-Vorstand bisher dafür, sich vom "Flügel" distanzieren zu wollen.

Lucassen selber hatte im Frühjahr die Auflösung der Gruppierung gefordert, die schlussendlich auch auf Bestreben des AfD-Bundeschefs Jörg Meuthen geschah. Entsprechend groß ist die Aufregung um den Auftritt. In internen Chats, Auszüge liegen dem WDR vor, gibt es heftige Kritik an dem Auftritt.

Von "Verarsche gegenüber der Basis" ist die Rede und einem strategischen Eigeninteresse Lucassens. Die Befürworter des Auftritts sprechen von Schadensbegrenzung. Man wolle Höcke in Höxter nicht die Bühne alleine überlassen. Der dortige Kreisverband gilt als eher loyal dem Ex-Flügel gegenüber als dem Landesvorstand in Düsseldorf.

"Höcke kommt nicht als Flügel-Vertreter"

Das Problem des Auftritts scheint im NRW-Vorstand inzwischen sehr deutlich angekommen zu sein. Eine Parteisprecherin schreibt auf WDR-Anfrage, Lucassen nehme die Kritik ernst. Außerdem komme Höcke nicht als Vertreter des Flügels, da dieser aufgelöst sei, heißt es weiter.

Im Vordergrund stehe für Lucassen daher die "öffentliche Diskussion mit einem Vertreter eines ostdeutschen Landesverbandes sowohl zur politischen Situation in unserem Land 30 Jahre nach der Wiedervereinigung als auch gegebenenfalls zu unterschiedlichen parteiinternen Zustandsbeschreibungen", so die Sprecherin.

Stand: 14.10.2020, 14:15

Weitere Themen