Zustand der Umwelt: NRW sieht sich auf gutem Weg

Zustand der Umwelt: NRW sieht sich auf gutem Weg

Von Rainer Striewski

Wie geht's der Umwelt in NRW? Alle vier Jahre wird das genau dokumentiert. Im aktuellen Bericht sieht Umweltministerin Heinen-Esser viel Licht - aber auch Schatten.

"Es ist ein echtes Mammutwerk", findet NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU): Auf 100 Seiten listet der Umweltzustandsbericht zahlreiche Daten und Fakten zum Thema Umwelt in NRW auf. "Im Kern geht es dabei um die Frage: Wie fair gehen wir mit der Umwelt um? Wie hinterlassen wir unsere Welt den künftigen Generationen?" erklärte Heinen-Esser am Mittwoch bei der Vorstellung des Berichts.

Folgen des Klimawandels unterschätzt

Dabei sieht sie NRW zwar grundsätzlich auf einem guten Weg. Allerdings seien die Folgen des Klimawandels für das Land deutlich unterschätzt worden, räumte die Umweltministerin ein.

Zu den positiven Entwicklungen zählten demnach eine Zunahme der Flächenanteile für den Naturschutz und die ökologische Landwirtschaft, eine bessere Luftqualität und deutlich weniger Treibhausgase. "Die Entwicklung bei der Luftqualität in NRW ist sehr gut", bilanzierte Heinen-Esser. Erstmals seien im Jahr 2020 in ganz NRW alle Luftqualitätswerte eingehalten worden.

Anlass zur Sorge biete andererseits der schlechte Zustand der Wälder oder der zu hohe Flächenverbrauch. Dieser liegt laut Umweltministerium derzeit bei 8,1 Hektar pro Tag für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Frühe Apfelblüte als Indikator für Erwärmung

Die neue NRW-Ministerin für Umwelt  Ursula Heinen-Esser

Heinen-Esser: "Es ist ein echtes Mammutwerk."

"Es ist erfreulich, dass sich der Zustand unserer Umwelt in wichtigen Bereichen teils deutlich verbessert hat. Aber auf dem Erreichten dürfen wir uns nicht ausruhen.", so Heinen-Esser. Ziel sei es nun, die Widerstandsfähigkeit von Umwelt und Natur, insbesondere auch gegen die Folgen des Klimawandels zu erhöhen. Denn der sei in NRW längst angekommen.

Das verdeutlichte Heinen-Esser am Beispiel der Apfelblüte. Diese gilt Experten als wichtiger Indikator für die Erwärmung. Seit 1951 hat sich die Apfelblüte um 17 Tage nach vorne verlagert - und findet mittlerweile nicht mehr im Mai, sondern schon im April statt. Sollte aber die frühe Apfelblüte durch Frost unterbrochen werden, drohen dadurch der Obstwirtschaft erhebliche Schäden.

Mehr Grün in die Städte

"Wir erleben glasklar die Auswirkungen des Klimawandels", betonte Heinen-Esser. So hätten etwa die Landwirte drei trockene Jahre in Folge "deutlichst" gespürt. Wenn nicht mehr Wasser und Grün in die Städte geholt werde, würden sich viele Stadtviertel im Sommer so aufheizen, dass man dort "kaum mehr leben" könne, weil es zu heiß werde.

Den letzten Umweltzustandsbericht hatte der damalige Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) im Jahr 2016 vorgestellt. In NRW ist es gesetzlich geregelt, dass Umweltzustandsberichte mindestens alle vier Jahre erstellt werden müssen.

Stand: 12.05.2021, 19:09

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