Volksinitiative für mehr Insektenschutz

Zitronenfalter

Volksinitiative für mehr Insektenschutz

  • Umweltverbände wollen Druck auf Landesregierung machen
  • Schwarz-Gelb mache zu wenig für den Artenschutz
  • Erfolgreiche Initiative bräuchte rund 66.000 Unterschriften

Die Umweltverbände BUND, LNU und NABU wollen beim Artenschutz Druck auf die Landesregierung machen. Schwarz-Gelb sei nicht "gewillt, sich konsequent dem dramatischen Verlust an Biodiversität entgegen zu stemmen", hieß es in einem gemeinsamen Statement.

Insektenbestand dramatisch gesunken

Im Kern geht es um den Schutz von Insekten, deren Bestand laut vieler Studien in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken sei. Die Verbände wollen mit einer Volksinitiative das Thema auf die Agenda des Landtags setzen. Dafür wollen sie ab dem Frühjahr Unterschriften sammeln.

Man brauche einen Kurswechsel in vielen Politikfeldern, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. "Das Credo der Landesregierung, die Wirtschaft zu 'entfesseln', forciert geradezu den Verlust von Lebensräumen und Artenschwund", so Sticht weiter.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) kritisierte diesen Vorwurf als "unglaublich pauschal". Mit den Entfesselungspaketen solle der Wirtschaft in NRW Wachstum ermöglicht werden.

Ministerin kündigt "Flächensparprogramm" an

Gleichzeitig arbeite das Umweltministerium "ganz stark" daran, Biodiversität zu unterstützen. Das Ministerium arbeite derzeit an einem "Flächensparprogramm", mit dem einerseits Flächen für die Artenvielfalt und andererseits für Industrie, Wohnen und Gewerbe definiert werden können. Ziel dabei sei, "möglichst wenig neue Flächen" für Wohnen und Industrie zu beanspruchen.

Heinen-Esser begrüßte die Idee einer Volksinitiative. Sie müsse aber auch Landwirtschaft oder die Wirtschaft selbst mit einbeziehen, weil sie mit zu den "Akteuren" gehörten, wenn es um Themen wie Flächenverbrauch gehe.

Druck auf die Landesregierung durch Unterschriften

Für eine erfolgreiche Volksinitiative braucht man in NRW die Unterschriften von 0,5 Prozent aller Wahlberechtigten. Das entspricht, nach Angaben des zuständigen Innenministeriums, rund 66.000 Menschen. In einem solchen Fall muss sich der Landtag in der Regel mit dem Thema befassen.

Rückgang hält an - Neuer Insektenatlas

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 08.01.2020 06:01 Min. Verfügbar bis 07.01.2025 WDR 5 Von Sophie Stigler

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Stand: 27.01.2020, 13:38

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