Joachim Stamp

Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge: Stamp rechnet nicht mit Problemen

Stand: 01.03.2022, 20:49 Uhr

Landesflüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) rechnet nicht mit Problemen bei der Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge in NRW. Er geht davon aus, dass der überwiegende Teil privat unterkommen wird.

Immer mehr Menschen aus der Ukraine sind nach der Invasion russischer Truppen in ihr Land auf der Flucht - auch in NRW kommen schon erste Geflüchtete an. Ihre Unterbringung wird nach Einschätzung von NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) reibungslos verlaufen.

Stamp sagte dem WDR, für diejenigen, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können, würden das Land beziehungsweise die Kommunen sorgen. Wie viele Menschen vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Nordrhein-Westfalen flüchten, lasse sich allerdings nur schwer schätzen.

Die meisten der mehr als 670.000 Flüchtenden (Stand Dienstag) würden wohl in Osteuropa, zum Beispiel in Polen, bleiben, weil sie dort Familie hätten. Andere hofften, dass der Krieg bald vorbei sei und würden deshalb in den Nachbarländern Schutz suchen.

NRW bereitet sich auf ukrainische Flüchtlinge vor

WDR 5 Westblick - aktuell 01.03.2022 12:44 Min. Verfügbar bis 01.03.2023 WDR 5


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"Historische Entwicklung"

Erstmals werde den Geflüchteten Schutz in allen Ländern der Europäischen Union gewährt, so Stamp. Am Donnerstag solle eine entsprechende "Massenzustromsrichtlinie" beschlossen werden, die regelt, dass alle EU-Mitglieder Flüchtlinge ohne Schlüsselzuweisungen aufnehmen.

"Das ist bei der ganzen Katastrophe der wirklich einzig positive Funken in diesen Tagen, dass die europäische Idee ein Stück weit wieder wach geworden ist", so Stamp. Die Solidarität sei auf allen Ebenen großartig "und sie ist vor allem europaweit und das ist was, was mir ein bisschen Hoffnung macht."

Viele Menschen in NRW wollen helfen

Wer Menschen unterbringen oder auf eine andere Weise helfen wolle, solle sich am besten an die entsprechenden Stellen in seiner Stadt oder seinem Kreis wenden. Man sei im ständigen engen Austausch, um alles zu organisieren und zu koordinieren. Das betreffe im Übrigen auch die Kapazitäten in Kitas und Schulen, denn viele der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche.

Die Regelungen für Ukrainer sind andere als die für die Flüchtlinge von 2015. Generell gelte für sie ein Aufenthaltsrecht von 90 Tagen, in Deutschland werde das unbürokratisch auch auf 180 Tage verlängert. Zudem dürfe, wer möchte, arbeiten. Eine große Zahl Asylverfahren erwartet Stamp deshalb nicht.