Özdemir empört über Stimmen aus Deutschland

Özdemir empört über Stimmen aus Deutschland

  • Özdemir empört über Erdogan-Wähler in Deutschland
  • "Das ist nicht ganz normal"
  • Förderung von Islamverband Ditib soll eingestellt werden

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat sich empört über das Wahlverhalten der Türken in Deutschland geäußert. "Es nützt nichts herumzureden", sagte Özdemir am Montag (25.06.2018) im WDR. Unter denen, die gewählt hätten, habe die Mehrheit für Erdogan gestimmt.

In Deutschland lebten sie in einer Demokratie und profitierten von der Meinungsfreiheit. In der Türkei wählten sie dagegen einen Herrscher, der Journalisten einsperren lasse oder des Landes verweise. "Das ist nicht ganz normal", so Özdemir.

Weiter kritisierte Özdemir den umstrittenen Islamverband Ditib. Er forderte, Zahlungen an Ditib aus Bundesmitteln einzustellen, wenn sich der Verband nicht von Erdogan lossage und sich klar zum deutschen Grundgesetz bekennen würde.

Versäumnisse in der Integrationspolitik

Özdemir räumte Versäumnisse in der Integrationspolitik ein. "Wir brauchen eine gute Integrationspolitik, die ihren Namen verdient." Außerdem sei eine gute Bildungspolitik notwendig, die Arbeiterkindern und Migrantenkindern eine Chance gebe, ihr Potenzial auszuschöpfen.

In NRW erhielt Erdogan in den vier Wahllokalen Münster, Essen, Düsseldorf und Köln zusammen mehr als zwei Drittel der Stimmen. In Essen waren es sogar 76,3 Prozent.

Türkei: "Aufschwung auf Pump geht nicht gut"

WDR 5 Profit - aktuell | 25.06.2018 | 04:37 Min.

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Stand: 25.06.2018, 19:42