Tourismus weiter Umsatzbringer in NRW

Montage: Bad Münstereifel, Herrmannsdenkmal, Kölner Dom

Tourismus weiter Umsatzbringer in NRW

Von Rainer Striewski

  • Studie zu "Wirtschaftsfaktor Tourismus in NRW" vorgestellt
  • Übernachtungszahlen in vielen Regionen gestiegen
  • Große Herausforderung bildet Digitalisierung

Der Tourismus boomt weiter in NRW. Im Bundesvergleich liegt NRW derzeit mit an der Spitze - bei den Übernachtungen etwa auf Platz drei hinter Bayern und Baden-Württemberg, bei den Gästezahlen sogar auf Platz zwei hinter Bayern.

Tourismus sorgt für 650.000 Arbeitsplätze

Und das macht sich auch in den Kasse der hier ansässigen Unternehmen bemerkbar: Insgesamt trug der Tourismus im Jahr 2017 29,5 Milliarden Euro - und damit 4,8 Prozent - zur Gesamt-Wirtschaftsleistung bei. Das gab NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag (04.11.2019) bekannt. Laut einer aktuellen Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus in NRW" gaben Touristen für Restaurantbesuche und Hotelübernachtungen im Jahr 2017 gut 18 Milliarden Euro aus, knapp 13 Prozent mehr als noch 2013.

Und auch die Zahl der im Tourismus arbeitenden Menschen ist gestiegen: Rund 468.000 Menschen waren 2017 direkt für den Tourismus tätig. Insgesamt sollen nach Angaben der Experten sogar rund 650.000 Arbeitsplätze - und damit sieben Prozent aller Erwerbstätigen - in NRW direkt oder indirekt mit dem Tourismus verbunden sein.

Die beliebtesten Reiseziele in NRW

NRW wird bei Touristen von Jahr zu Jahr beliebter: Um fast 30 Prozent legte das einwohnerstärkste Bundesland in den vergangenen Jahren zehn Jahren bei den Besucherzahlen zu.

Touristen fotografieren den Kölner Dom

Die allermeisten Über-Nacht-Besucher zieht es nach Köln. 7,7 Millionen Übernachtungen verbuchten die Hotels der Stadt im vergangenen Jahr - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.

Die allermeisten Über-Nacht-Besucher zieht es nach Köln. 7,7 Millionen Übernachtungen verbuchten die Hotels der Stadt im vergangenen Jahr - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.

Dabei liegt offenbar die Entdeckungsreise vor der eigenen Haustür im Trend: Knapp zwei Drittel der Touristen kamen aus NRW selbst. Mit fast 6,9 Millionen Besuchern auf Platz zwei der Hitliste: der Teutoburger Wald.

Aber auch das Ruhrgebiet punktet. Mit ebenfalls fast 6,9 Millionen Übernachtungen kann die ehemalige Kohle- und Stahlregion mit vielen spannenden Orten der Industriekultur den höchsten Zuwachs an Touristen verbuchen - rund 43 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Platz vier, mit 6,8 Millionen Übernachtungen, belegt das Sauerland. Als vielfältiges Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Radfahrer. Besonders beliebt ist das Sauerland bei den Holländern.

Um mehr als die Hälfte stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland zwischen 2009 und 2018, die der inländischen Gäste immerhin um ein Drittel. Mit Abstand die meisten ausländischen Gäste kommen aus den Niederlanden nach NRW. Mehr als 2,5 Millionen Holländer kamen 2018, gefolgt von den Engländern und Belgiern.

Aber auch Touristen aus Japan oder China entscheiden sich immer öfter für die Schönheiten oder Städte NRWs als Reiseziel. Besonders die Zahl der Reisenden aus China stieg in zehn Jahren rasant - um 170 Prozent.

Zwar verbuchten besonders die Hotels ordentliche Umsatzzuwäche. Aber auch die Campingplätze NRWs werden zunehmend beliebter - wohl verbunden mit dem allgemeinen Trend zum Urlaub im Wohnmobil.

Niederländer wichtigster Auslandsmarkt

NRW ist vor allem bei Deutschen beliebt. Rund zwei Drittel des gesamten touristischen Konsums entfielen laut Studie auf einheimische Gäste. Ausländische Gäste - und darunter an erster Stelle die Niederländer - gaben rund 2,8 Milliarden Euro aus, 46 Prozent mehr im Vergleich zu 2013. Tendenz steigend: In vielen Regionen hat sich die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

Köln weiterhin am beliebtesten

Besonders beliebt ist nach Angaben des Verbandes "Tourismus NRW" die Region um Köln mit dem Rhein-Erft-Kreis. Dort stieg die die Zahl der Übernachtungen von 2009 bis 2018 um 52,5 Prozent. Düsseldorf und der Kreis Mettmann konnten im selben Zeitraum einen Zuwachs von 47,6 Prozent verzeichnen, das Ruhrgebiet von 42,8 Prozent. Im Schnitt steigerten sich die Zahlen in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent.

Ist die Eifel auf einen Tourismusboom vorbereitet?

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 04.11.2019 03:03 Min. Verfügbar bis 03.11.2020 WDR 5 Von Britta Kuck

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Digitalisierung als Herausforderung

Aber: "Tourismus ist kein Selbstläufer", betonte Heike Döll-König, Geschäftsführerin von "Tourismus NRW", bei der Vorstellung der Zahlen. Der Wettbewerb werde spürbar härter. Besonders die Touristen aus den Schwellenländern erwarten eine durchgängig digitale Reise-Abwicklung, quasi einen "Kurztrip 4.0": "Eine Reise muss heute komplett via Smartphone stattfinden können - von der Buchung über die Bezahlung bis zur anschließenden Bewertung", betonte Döll-König.

Stand: 04.11.2019, 12:36