Der Notarzt kommt per Datenkabel - bald in ganz NRW

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit Vertretern von Verbänden und Krankenkassen

Der Notarzt kommt per Datenkabel - bald in ganz NRW

Von Rainer Striewski

  • Telenotärzte sollen landesweit eingeführt werden
  • Absichtserklärung am "Tag des Notrufs" unterzeichnet
  • In Aachen arbeiten Notärzte seit 2014 per Datenleitung

Nicht immer kann ein Notarzt mit zum Einsatz fahren, wenn irgendwo ein Krankenwagen gerufen wird. Dennoch kann er einen Blick auf den Patienten werfen, auch wenn er physisch gar nicht vor Ort ist: Telemedizin macht's möglich. Was nach Zukunftsmusik klingt, wird in Aachen schon seit Jahren praktiziert. Und das so erfolgreich, dass das Telenotarzt-System nun landesweit eingeführt werden soll.

Unterzeichnung am Tag des Notrufs

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf

Laumann ließ sich in Düsseldorf das System erklären

Zusammen mit Krankenkassen, Verbänden und Ärztekammern hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag (11.02.2020) - dem europäischen Tag des Notrufs - eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. "In Aachen zeigt man uns tagtäglich, dass der Telenotarzt die bereits vorhandenen Strukturen des Rettungswesens exzellent ergänzt und darüber hinaus die notfallmedizinische Versorgung optimiert", erklärte Laumann in Düsseldorf.

Bis Ende 2022 soll in jedem Regierungsbezirk mindestens ein Telenotarzt seinen Dienst aufnehmen. Nach Aachen wird die Region Ostwestfalen-Lippe an den Start gehen. Auch Düsseldorf arbeitet bereits an einer Einführung.

Ein Telenotarzt pro 1,5 Millionen Einwohner

Telenotärzte können sich bei bei Bedarf per Video mit den Rettungsassistenten vor Ort verbinden, Anweisungen geben - und zugleich alle wichtigen Informationen über den Patienten einsehen. "Die Einführung von Telenotärzten ist kein Sparprogramm", betonte Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages. Das Angebot solle vielmehr als Ergänzung gesehen werden.

Die Kosten für die neuen Systeme sollen laut Ministerium die Krankenkassen übernehmen. Träger des Rettungsdienstes sind die Kreise und kreisfreien Städte.

Stand: 11.02.2020, 13:56