Tarifabschluss: Verhaltene Freude bei NRW-Gewerkschaften

Tarifabschluss: Verhaltene Freude bei NRW-Gewerkschaften

  • Lehrkräfte nur mäßig zufrieden
  • Polizisten vermissen "Befreiungsschlag"
  • Beamte fordern Angleichung

Die Tarifeinigung für die rund eine Million Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder ist von den Gewerkschaften in NRW am Sonntag (03.03.2019) verhalten positiv aufgenommen worden. Die Lohnerhöhung in diesem und den beiden nächsten Jahren von insgesamt acht Prozent sei zu begrüßen, für Lehrkräfte gebe es aber "noch Luft nach oben", meinte die Vizevorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in NRW, Jutta Endrusch.

Kritik von Polizisten

Der Lehrerberuf werde mit dem Lohn-Plus attraktiver, nun müsse das Ergebnis auch auf die verbeamteten Lehrkräfte übertragen werden, forderte der Verband Lehrer NRW. Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW ist der "längst überfällige große Befreiungsschlag" nicht gelungen.

Auch untere Einkommensgruppen werden nun laut GdP in NRW fairer bezahlt. Trotz einiger Wermutstropfen sei der Abschluss ein erster Schritt, um den Öffentlichen Dienst wieder attraktiver zu machen, kommentierte der Landesvorsitzende Michael Mertens am Sonntag in Düsseldorf. Der NRW-Landtag solle den Abschluss zeitnah auch für die Beamten übernehmen.

Landesregierung prüft Ergebnis

Das NRW-Finanzministerium teilte dem WDR am Sonntag mit, man prüfe derzeit die Auswirkungen der Tarifeinigung auf den Haushalt. Ob und wie der Abschluss auch auf die NRW-Beamten übertragen werde, müsse noch entschieden werden.

Erhöhung in drei Stufen

Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich in Potsdam am späten Samstagabend geeinigt. Demnach steigen die Gehälter in diesem Jahr - rückwirkend zum 1. Januar - in einem Gesamtvolumen von 3,2 Prozent, mindestens aber um 100 Euro. 2020 ist eine Erhöhung um weitere 3,2 Prozent vereinbart, mindestens aber 90 Euro. Und zum 1. Januar 2021 gibt es nochmals 1,4 Prozent oder mindestens 50 Euro mehr.

Stand: 03.03.2019, 16:00