Massiver Sanierungsstau in Studierenden-Wohnheimen

Energetische Sanierung eines Studentenwohnheims

Massiver Sanierungsstau in Studierenden-Wohnheimen

Von Christian Wolf

  • Viele Unterkünfte für Studierende sind sanierungsbedürftig
  • Studierendenwerke in NRW schlagen Alarm
  • Land soll mehr Geld bereitstellen

Eine preisgünstige Wohnmöglichkeit zu finden, ist für Studierende nicht einfach. Künftig könnte das Angebot in NRW noch knapper werden: Vielen sanierungsreifen Wohnheimen droht die Schließung. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie ist die aktuelle Lage?

Jörg Lüken, Sprecher der Studentenwerke-Arbeitsgemeinschaft NRW

Jörg Lüken warnt vor einem Sanierungsstau

Nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Studierendenwerke sind mehr als die Hälfte der Wohnheimplätze im Land in einem schlechten Zustand. Über 20.000 der insgesamt rund 38.000 Plätze seien "dringend sanierungsbedürftig", sagte Jörg Lüken von der Arbeitsgemeinschaft der NRW-Studierendenwerke am Donnerstag (29.08.2019). Da die Wohnanlagen teilweise noch aus den 1970er Jahren stammten, gehe es nicht nur um Sanierungen, sondern auch um Neubauten.

Wie viel Geld ist nötig?

Die Studierendenwerke rechnen mit einer hohen Summe. Derzeit liege der Sanierungsstau in NRW bei knapp 300 Millionen Euro. Langfristig seien sogar rund 700 Millionen Euro nötig. Falls nicht genug investiert werde, müssten einige Wohnanlagen irgendwann schließen, warnt Lüken.

Was wird dagegen getan?

Das zuständige Hochschulministerium in Düsseldorf erklärte, dass es in den vergangenen Jahren deutlich mehr Geld ausgegeben habe. Aktuell würden 40 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung von Studierenden-Wohnheimen eingesetzt. Zudem fördere das Bauministerium den studentischen Wohnraum mit jährlich 50 Millionen Euro.

Viel zu wenig, klagen die Studierendenwerke. Außerdem sei das Geld häufig an Bedingungen geknüpft. Die Forderung: mindestens 15 Millionen Euro zusätzlich. Die Landesregierung sei gefordert, schnell zu handeln, damit die Wohnungsnot nicht weiter verschärft werde, sagt Lüken.

Stand: 29.08.2019, 18:16

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