Nach Flut: NRW-Feuerwehren fordern Änderungen im Katastrophenschutz

Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Nach Flut: NRW-Feuerwehren fordern Änderungen im Katastrophenschutz

Feuerwehr-Verbände aus NRW haben ein gemeinsames Strategiepapier vorgelegt, das zeigt, was sich im Katastrophenschutz jetzt dringend ändern muss. Vorausgegangen war eine Umfrage unter den Feuerwehren.

Das Papier soll wichtige Impulse liefern – und zwar für alle politischen Entscheidungsträger, von den Gemeinden bis zur Landesregierung. Konkret heißt es: "Die aufgezeigten Aufgaben sind dermaßen klar sichtbar, dass nunmehr eine zeitnahe Abarbeitung teils altbekannter, teils neu erkannter Handlungsbedarfe geboten ist." Die diesjährige Katastrophenlage habe allen vor Augen geführt, dass dringende Vorschläge nicht auf die lange Bank geschoben werden könnten.

Mehr Planung und Vorbereitung auf allen Ebenen

Die Feuerwehrverbände fordern etwa wiederkehrende, sogenannte "Katastrophenschutzbedarfsplanungen" in Land, Kreisen und kreisfreien Städten. Außerdem sollen in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden Stäbe für außergewöhnliche Ereignisse gebildet werden.

Auf der Landesebene soll es eine Kompetenz-Zentrale für den Katastrophenschutz geben und im Katastrophenfall eine Landeseinsatzleitung, die die Einsätze koordiniert. "Die Einsatzlage Hochwasser 2021 hat verdeutlicht, dass ein Kernproblem des Katastrophenschutzes in einem nicht in ausreichendem Maße vorhandenen Lagebild auf Landesebene liegt", heißt es in dem Papier. Mit einer einheitlichen Stabs- und Leitstellensoftware soll die Vernetzung aller Ebenen verbessert werden.

Außerdem fordern die Feuerwehrleute regelmäßige Übungen für den Katastrophenschutz und eine bessere technische Ausstattung, etwa moderne Fahrzeuge und Funkgeräte. Auch soll die Bevölkerung besser gewarnt werden, etwa über Nachrichten auf dem Handy. Und es brauche eine landesweit koordinierte lagebezogene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Hochwasser verhindern – Claudia Pahl-Wostl

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 11.10.2021 20:10 Min. Verfügbar bis 11.10.2022 WDR 5


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Hilfe für Helfende

Für die vielen Freiwilligen, die vor Ort helfen, brauche es bessere Einbindungen von allen Verantwortlichen und eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Für alle vor Ort müsse es außerdem die Möglichkeit geben, psychosoziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Stand: 11.10.2021, 14:45