Kita-Appell in NRW endet, alle Kinder wieder willkommen

Kita-Appell in NRW endet, alle Kinder wieder willkommen

Von Christoph Ullrich

NRW-Familienminister Stamp (FDP) hat für die Kitas einen Weg zurück in den Regelbetrieb skizziert. Ab Montag gilt sein Appell, Kinder möglichst zuhaus zu betreuen, nicht mehr.

In Nordrhein-Westfalen gilt ab Montag ein wichtiger Appell nicht mehr. "Es sind wieder alle Kinder eingeladen, in die Kita zu kommen", so Familienminister Joachim Stamp (FDP). Damit endet zunächst die Phase, in der die Einrichtungen zwar offen waren, aber die Aufforderung galt, wenn möglich das Kind zu Hause zu betreuen.

Appell endet - kein Verlust an Kinderkrankheitstagen

Diesem Appell waren - so Stamp - zwei Drittel der Eltern nachgekommen, wofür er dankte. Er nannte diesen freiwilligen Verzicht ein ermutigendes Signal für Eigenverantwortung und Solidarität. Das Ende des Appells bedeute jedoch nicht, dass die Eltern ihren Anspruch auf die seit Januar erhöhte Zahl an Kinderkrankentage nicht verlieren. Kein Tag gehe für die gesetzlich krankenversicherten Eltern verloren. Im Januar ist die Zahl für Eltern und Alleinerziehende deutlich erhöht worden.

Die SPD sieht das anders. Von der größten Oppositionspartei kam die Warnung davor, dass zwar rückwirkend keine Krankentage verloren gingen, aber ab Montag dann. "Was auf den ersten Blick nach einer Erleichterung klingt, bringt für die Eltern in NRW erst einmal keine Vorteile", so der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer. Dem widersprach Stamp am Mittwoch im WDR: Es sei ausdrücklich geregelt, dass man die Krankentage weiterhin in Anspruch nehmen könne, sogar für halbe Tage.

Stamp: "Impfung wäre Befreiungsschlag für Kitas"

WDR 5 Morgenecho - Interview 17.02.2021 08:40 Min. Verfügbar bis 17.02.2022 WDR 5


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Reduzierung der Stunden bleibt vorerst

In den normalen Regelbetrieb gehen die Kitas ab dem 22. Februar also nicht. Weiterhin gilt mindestens bis zum 7. März der eingeschränkte Betrieb. So müssen Gruppen getrennt sein und die Träger können die wöchentliche Stundenzahl um bis zu zehn Stunden wöchentlich reduzieren.

Sollten die Fallzahlen weiter sinken, könnten in dieser nächsten Phase die Kommunen vor Ort entscheiden, ob die Stundenzahl weiter gekürzt bleibt. In der letzten Phase geht es wieder in den Regelbetrieb. Dafür nannte Stamp allerdings kein konkretes Datum. Dies sei abhängig von der Einführung zertifizierter Schnelltests, den Impfungen der Erzieher und Erzieherinnen oder einem äußerst niedrigen Infektionsgeschehen.

Selbsttest als Weg zum Regelbetrieb

Bei den Selbsttests bemühe sich das Land derzeit um einige Millionen Einheiten, damit diese nach der Zertifizierung direkt bereitstünden. Sollte das Infektionsgeschehen explosionsartig steigen, könne man allerdings auch eine "Corona-Notbremse" ziehen und Kitas - meist regional - schließen. Stamp gehe aber davon aus, dass dies nicht nötig sei.

Stand: 17.02.2021, 10:47