Missbrauchsfälle in Lügde: Stamp will Konsequenzen

Dr. Joachim Stamp

Missbrauchsfälle in Lügde: Stamp will Konsequenzen

  • Familienminister Stamp zu Missbrauchsfällen in Lügde
  • FDP-Politiker für verschärftes Sexualstrafrecht
  • Staatsanwaltschaft will Prozess im Frühsommer

NRW-Familienminister Joachim Stamp hat "Konsequenzen" aus den Missbrauchsfällen in Lügde angekündigt. Bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz der Landesregierung sagte der FDP-Politiker am Montag (04.02.2019) in Düsseldorf, er wolle die Prävention für Kinder aus prekären familiären Situationen "neu justieren".

"Wir müssen versuchen, dass wir so etwas Ungeheuerliches nicht mehr erleben", sagte Stamp.

Möglicherweise Landesbeauftragter gegen Kindesmissbrauch

Denkbar seien ein Landesbeauftragter oder eine Kommission von Land und Kommunen gegen Missbrauch, so Stamp. Zudem sprach er sich erneut für härtere Strafen für Kindesmissbrauch aus.

Es müsse geprüft werden, die Mindeststrafe von einem halben Jahr auf ein Jahr herauf zu setzen. Denn auch gesetzlich müsse klar sein, dass Kindesmissbrauch "kein Vergehen, sondern ein Verbrechen" sei. Zunächst aber müsse die Staatsanwaltschaft den aktuellen Fall aufklären, sagte Stamp.

Für eine Verschärfung des Strafrechts wäre allerdings der Bund zuständig. Die Initiative könnte aus NRW kommen. Dazu hat Stamp sich allerdings nicht geäußert.

Staatsanwalt will "stringent durchermitteln"

Die Staatsanwaltschaft selbst strebt bereits einen Prozess im Frühsommer an. Ziel sei es, "stringent durchzuermitteln" und eine Anklage so frühzeitig fertigzustellen, dass das zuständige Gericht möglichst im Juni eine Hauptverhandlung ansetzen könne, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Montag (04.02.2019).

Stamp: "Wir als Land müssen unsere Kontrollfunktion wahrnehmen"

WDR 2 31.01.2019 04:19 Min. Verfügbar bis 31.01.2020 WDR 2

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Das Ausmaß der Vorwürfe sei gewaltig, zudem könnten sich weitere Opfer melden. Man könne daher nicht ausschließen, dass zunächst nur ein Teil der mutmaßlichen Taten zur Anklage gebracht werde.

Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt es bisher 29 Opfer - und die Wahrscheinlichkeit sei relativ hoch, dass es mehr sein werden. Die Ermittler müssten 13.000 Dateien mit Kinderpornografie auswerten. Das Landeskriminalamt NRW helfe dabei mit.

Stand: 04.02.2019, 12:17