Land will Kita-Helferinnen jetzt qualifizieren

Eine Erzieherin spielt in einer Kindertagesstätte hinter einer Rollbahn mit Kindern

Land will Kita-Helferinnen jetzt qualifizieren

In der Corona-Pandemie hat das Land den Kitas sogenannte Alltagshelfer und -helferinnen finanziert. Es war in schwieriger Lage zusätzliches Personal, das jetzt weiterqualifiziert werden soll.

Mit dem neuen Kindergartenjahr im August geht auch die vom Land finanzierte Zeit der sogenannten Alltagshelfer- und helferinnen zu Ende. Mit den am Ende rund 5.000 Personen sollte der aufwendige Pandemie-Betrieb unterstützt werden.

Aus dieser Not will Familienminister Joachim Stamp jetzt eine Tugend machen - und den Interessierten aus dieser Gruppe eine Zukunft in den Einrichtungen bieten. Auch schon vor der Pandemie herrschte an den NRW-Kindertagesstätten häufig Personalmangel.

Drei Stufen der Weiterqualifizierung

55 Millionen Euro wird das Land für die Weiterbildung bereit stellen, vonehmlich richtet es sich an Menschen aus dem Alltagshelferprogramm. So gibt es ab August drei Stufen, wie die Kitas dann aus dem Übergangsprogramm langfristige qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewinnen können.

In der ersten Stufe finanziert das Land nun das dritte Jahr für diejenigen, die auf Erzieher oder Erzieherin umsatteln wollen. Bisher musste das letzte Drittel - anders als die ersten beiden Jahre - selber getragen werden. Das entfällt jetzt. Damit wolle man - so Stamp - die Umschulung attraktiver machen. Voraussetzungen sind ein mittlerer Schulabschluss, ein Ausbildungsvertrag und ein erweitertes Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate ist.

Mehr Praxis, mehr Anreize zur Weiterbildung

Die zweite Stufe sieht eine deutliche Umstellung bei der Ausbildung zur staatlich geprüften Kinderpflegerin vor. Bisher war das nur Vollzeit an einer entsprechenden Schule möglich - ohne Entlohnung. Das habe viele Interessierte abgehalten. Daher gehe dies nun auch Praxis integriert an einer Einrichtung. Voraussetzung sind ein Hauptschulabschluss, ein Platz an einer Berufsschule sowie ein Arbeitsvertrag über zwei Jahre.

In diesem Bereich sieht das zuständige NRW-Familienministerium den größten Finanzbedarf - mit rund 40 bis 45 Millionen Euro rechnet man. Für diejenigen, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, soll es Qualifizierungsangebote zur Assitenzkraft geben. Stamp sagte nach der Vorstellung, er hoffe mit diesem Angebot auch die personellen Engpässe in den Kitas mittelfristig schneller abfedern zu können.

Stand: 09.06.2021, 14:53