Stamp will Kitas in NRW öffnen, aber nicht im Alleingang

Stamp will Kitas in NRW öffnen, aber nicht im Alleingang

Von Martin Teigeler

  • NRW-Familienminister Stamp will Kitas stufenweise öffnen
  • Zumindest stundenweise sollen alle Kinder betreut werden
  • Opposition fordert von Stamp konkretes Konzept für Neustart

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) drängt in der Corona-Krise auf eine stufenweise Öffnung von Kitas. Man wolle von der jetzigen "erweiterten Notbetreuung" hin zu einem "improvisierten Betrieb" kommen, sagte Stamp am Montag (04.05.2020) dem WDR. Alle Kinder sollten so in irgendeiner Form - "zumindest stundenweise" - wieder an die Kitas angebunden werden. Bis zum Regelbetrieb werde es aber noch lange Zeit dauern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU,l-r), Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, unterhalten sich im Bundeskanzleramt.

Angela Merkel, Jens Spahn, Armin Laschet, Markus Söder

Es gehe nicht um einen Alleingang eines Bundeslandes, sagte Stamp. Er erwarte aber "grünes Licht" für das vorliegende Öffnungskonzept der Länder-Familienminister, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch (06.05.2020) die nächsten Schritte berät.

Dabei beraten Merkel und die Länderchefs erneut über weitere Lockerungen der Auflagen und Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

NRW-Ministerpräsident Laschet: "Zurückkehren in eine neue Normalität"

WDR 2 04.05.2020 28:11 Min. Verfügbar bis 04.05.2021 WDR 2


Kritik an Spitzenrunde mit Laschet

"Wir wollen uns nicht vertrösten lassen von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten in dieser Konstellation", sagte der Vize-Ministerpräsident mit Blick auf die Spitzenrunde der Regierungschefs. Die Familienminister der Länder hätten schon vergangene Woche auf "grünes Licht" gehofft. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte ebenfalls an den Beratungen teilgenommen, aber offenbar Stamps Wunsch nicht durchsetzen können oder wollen.

"Wie bei Hofe"

Es sei "kein dauerhafter Zustand, dass allein die Kanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten festlegt, was geht und was nicht geht, sonst könnte man fast so ein bisschen den Eindruck bekommen, wir seien bei Hofe", hatte Stamp zuvor im Podcast "Morning Briefing" gesagt.

Auch in der Schulpolitik hatten die Koalitionspartner CDU und FDP in jüngster Zeit mit widersprüchlichen Aussagen Kritik ausgelöst. Bildungsgewerkschaften und Opposition forderten eine bessere Abstimmung zwischen Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Ministerpräsident Laschet.

Opposition fordert konkretes Handeln

Bei den stufenweisen Kita-Öffnung sei wichtig, dass sich Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagespflegekräfte dabei "sicher fühlen", betonte Stamp.

Die SPD kritisierte, der Minister habe viele Fragen noch nicht beantwortet. "Wie viel Personal steht dafür zur Verfügung? Geht es um eine tageweise Betreuung oder um eine reduzierte Stundenzahl? Entscheidet jede Kita selbst, wen sie wie lange betreut?", fragte der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer.

Familien und Kinder bräuchten keine "markigen Worte" des Ministers, so die Kritik der Grünen im Landtag. Stamp solle jetzt mit den Trägern und Kommunen Konzepte angehen. "Neben der Öffnung von Kitas müssen weitere Alternativen berücksichtigt werden. Das Land muss Familien ermöglichen, die Betreuung von Kindern in festen Zusammenschlüssen von zwei bis drei Familien auch privat zu organisieren", sagte die Familienexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Josefine Paul.

In vier Stufen zur regulären Kita

WDR 5 Westblick - aktuell 29.04.2020 07:19 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 WDR 5 Von Daniela Junghans


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Stand: 04.05.2020, 16:42