Stamp gegen Seehofer: "Es geht ihm um Wahlkampf"

Joachim Stamp contra Horst Seehofer

Stamp gegen Seehofer: "Es geht ihm um Wahlkampf"

Von Rainer Kellers

  • NRW-Flüchtlingsminister Stamp kritisiert Horst Seehofer
  • Bei Ankerzentren noch keine Entscheidung gefallen
  • Migrationsgipfel ohne den Bund?

NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) hat der CSU in der Flüchtlingspolitik vorgeworfen, vor allem den bayerischen Landtagswahlkampf im Blick zu haben. "Ich habe schon den Eindruck, es geht bei Seehofer und Dobrindt (Anm.: CSU-Landesgruppenchef) vor allem um den Wahlkampf", sagte Stamp am Freitag (18.05.2018) in Düsseldorf.

Keine Entscheidung zu Münster

Streitpunkt sind die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge. In den Einrichtungen sollen Asylbewerber so lange bleiben, bis über ihren Antrag entschieden ist. Auch die Abschiebung soll direkt vor Ort organisiert werden.

Ankerzentrum kritisch betrachtet

WDR 5 Westblick - aktuell | 18.05.2018 | 05:02 Min.

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Seehofer hatte behauptet, NRW wolle sich an Pilot-Einrichtungen beteiligen. Stamp wies das erneut zurück. Es sei noch nicht entschieden. Auch dass Münster Standort sein könnte, dementierte der Minister. "Dazu gibt es keinerlei Überlegungen."

Grundsätzlich hält Stamp die Idee einer zentralen Unterkunft für Flüchtlinge für sinnvoll. Die konkrete Ausgestaltung und die Finanzierung der Ankerzentren sei aber unklar. Es könne sein, dass das Projekt die Struktur in NRW nur störe.

Zur Not eben ohne Seehofer

Stamp hatte Seehofer nach dessen Amtsantritt einen Brief geschrieben und einen Migrationsgipfel vorgeschlagen, um die offenen Fragen zu klären. Bis heute habe er aber keine Antwort bekommen. Er droht nun, ohne Seehofer mit seinen Länderkollegen einen Gipfel einzuberufen.

Stand: 18.05.2018, 13:27