Sonderermittler im Fall Lügde leitet Stabsstelle im Ministerium

Polizeiauto am mutmasslichen Tatort in Lügde

Sonderermittler im Fall Lügde leitet Stabsstelle im Ministerium

Als Konsequenz aus dem Behördenversagen im Missbrauchsfall Lügde wird im Innenministerium eine Stabsstelle eingerichtet. Leiten wird sie ab April der LKA-Sonderermittler.

Die von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angekündigte "Stabsstelle Kindesmissbrauch und Kinderpornografie" im Innenministerium wird vom Lügde-Sonderermittler Ingo Wünsch geleitet. Das teilte Reul am Mittwoch (27.03.2019) mit. Der LKA-Mitarbeiter war nach Bekanntwerden des Verschwindens von Beweisen als Sonderermittler in die Kreispolizeibehörde Lippe entsandt worden.

Aufgaben der Stabsstelle

Die Stabsstelle wird nur wenige Mitarbeiter haben und unmittelbar am Ministerbüro angedockt sein. Sie soll die Strukturen in der Polizei untersuchen und Vorschläge machen, wie besser in Fällen von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie ermittelt werden kann: Welche Personalstärke braucht man, welche Fortbildungen, Supervisionen? Wie muss die technische Ausstattung aussehen?

Im Fall Lügde hatte die Polizei mehrere Fehler gemacht. Innenminister Reul sprach wiederholt von Behördenversagen.

Vom Sonderermittler zum Stabsstellen-Leiter

Der 53-jährige Ingo Wünsch ist Kriminaldirektor mit 30 Jahren Polizeierfahrung und war unter anderem Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Wünsch ist zudem Spezialist für die Sicherung, Aufbereitung und Auswertung von IT-Asservaten.

Ab April soll die Stabsstelle ihre Arbeit aufnehmen. Bis dahin wird Wünsch Sonderermittler in Detmold bleiben.

Wie der Lügde-Skandal den Landtag aufwirbelt

WDR RheinBlick 01.03.2019 23:43 Min. WDR Online

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Stand: 27.03.2019, 18:34