Armin Laschet zieht um

Stadttor

Armin Laschet zieht um

Von Rainer Kellers

  • Ministerpräsident Armin Laschet will mit der Staatskanzlei umziehen.
  • Neuer Sitz soll das Landeshaus am Rheinufer werden.
  • Das Stadttor hatte Laschet noch nie gefallen.

Die neue Landesregierung zieht um. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verlässt mit seiner Regierungsmannschaft das Düsseldorfer Stadttor. Das sagte Regierungssprecher Christian Wiermer am Freitag (21.07.2017). Der neue Amtssitz liegt nur wenige hundert Meter weit entfernt im Regierungsviertel.

Umzug schon in den Herbstferien

Villa Horion, die Staatskanzlei 1988

Die Villa Horion, links dahinter das Landeshaus

Schon in den Herbstferien stehe der Umzug mit etwa 260 Mitarbeitern an, sagte Wiermer. Das neue Haus ist Laschet gut in Erinnerung. Es ist das so genannte Landeshaus am Rheinufer, gleich hinter der repräsentativen Villa Horion. Hier hatte Laschet von 2005 bis 2010 seinen Sitz als Familienminister in der Regierungszeit von Jürgen Rüttgers. Zuletzt war im Landeshaus das Gesundheitsministerium untergebracht.

Im preisgekrönten gläsernen Stadttor wohnte der Ministerpräsident immer nur zur Miete. Wie man hört, ist das einer der Gründe, warum Laschet gerne ausziehen möchte. Umstritten war der Sitz schon immer. 1999 hatte die Staatskanzlei auf Betreiben des damaligen Regierungschefs Wolfgang Clement (SPD) mehrere Etagen in dem Hochhaus angemietet.

Den "Glaspalast" konnte Laschet nie leiden

In der Folge hatten auch die Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, Jürgen Rüttgers und Hannelore Kraft von dort aus regiert. Laschet hatte sich schon zu Oppositionszeiten negativ über das Gebäude geäußert und von einem "Glaspalast" gesprochen. Der Eingangsbereich sei wenig einladend, hieß es immer wieder.

Ministerpräsident Armin Laschet auf der Rolltreppe in der Staatskanzlei

Der Eingangsbereich im Stadttor

Diesen Nachteil hat das historische Landeshaus nicht. "Der neue Amtssitz ist zugleich bürgernah und repräsentativ", sagte Laschet dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Dort kann das Land auch internationale Gäste angemessen empfangen." Auch die Mitarbeiter würden sich über den Umzug freuen, sagte Regierungssprecher Wiermer. Bei einer Personalversammlung habe es Applaus für die Entscheidung gegeben.

Verkehrsministerium zieht nun ins Stadttor

Der Mietvertrag im Stadttor läuft allerdings noch bis 2029. Deshalb werden die Räumlichkeiten neu genutzt. Einziehen wird im Herbst das Verkehrsministerium. Dessen bisheriges Gebäude beherbergt künftig die beiden Ministerien für Heimat und Bauen sowie für Bundes- und Europaangelegenheiten. Der Tausch wird durch neue Zuschnitte der Ministerien erleichtert. Zu den Kosten des Umzugs konnte sich Wiermer nicht äußern.

Die Villa Horion - die alte Staatskanzlei - steht Laschet übrigens nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Auszug 1999 hatte das Gebäude seinen Besitzer gewechselt und ist mittlerweile eine Liegenschaft des Landtages. Dort sind Teile der Verwaltung und das Haus der Parlamentsgeschichte untergebracht.

Wo die Ministerpräsidenten residierten

Von Christian Wolf

Nach nur 18 Jahren zieht die Landesregierung wieder aus der Düsseldorfer Stadttor aus und sucht sich eine neue Staatskanzlei. Es ist nicht der erste Umzug.

Staatskanzlei der 1960er Jahre

Die Villa Horion: Hier residierte ab 1958 der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. 1910 war das Gebäude ursprünglich als Dienstsitz des Landeshauptmanns der Rheinprovinz erbaut worden. Nach dem Krieg diente es bis 1956 als britisches Offizierskasino. Danach wurde die Villa Dienstsitz des NRW-Regierungschefs.

Die Villa Horion: Hier residierte ab 1958 der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. 1910 war das Gebäude ursprünglich als Dienstsitz des Landeshauptmanns der Rheinprovinz erbaut worden. Nach dem Krieg diente es bis 1956 als britisches Offizierskasino. Danach wurde die Villa Dienstsitz des NRW-Regierungschefs.

In den 90er Jahren entstand dann in Sichtweite des Düsseldorder Fernsehturms das Stadttor.

Mit einem großen Feuerwerk wurde 1998 die Eröffnung gefeiert.

Er war der erste Ministerpräsident, der sich über die Aussicht aus dem hohen Gebäude freuen konnte: Wolfgang Clement (SPD). Seine Regierungsmannschaft war 1999 eingezogen.

Durch die beiden Säulen mit 16 Etagen und den drei kompletten Geschossen oben drüber wirkt das Gebäude wie ein riesiges Tor. Etwa 27.000 Quadratmeter Bürofläche stehen zur Verfügung - das Land ist nur einer von mehreren Mietern.

Die Halle zwischen den beiden Säulen ist verglast und gilt nach Angaben der Betreiber mit einer Höhe von 56 Meter als die höchste in Europa. Insgesamt wurden 30.000 Quadratmeter Glas verbaut.

Noch Ende Juni war Laschet als neu gewählter Ministerpräsident in die Staatskanzlei im Stadttor eingezogen. Schon im Herbst werden dort wieder die Umzugskartons gepackt.

Ziel ist das Landeshaus am Rheinufer. Dort waren auch schon in der Vergangenheit Teile der Staatskanzlei untergebracht. Zuletzt war das Gebäude der Sitz des NRW-Gesundheitsministeriums.

Stand: 21.07.2017, 16:45