Casino-Mitarbeiter protestieren gegen Privatisierung

Demonstration gegen die Privatisierung von Spielbänken in NRW

Casino-Mitarbeiter protestieren gegen Privatisierung

  • In Dortmund demonstrierten 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • Landesregierung erwägt Casino-Verkauf
  • Spielbanken machen seit Jahren Verluste

Croupiers, Köche und Kellner: Gut 100 Mitarbeiter der Spielbank Hohensyburg haben ihrem Ärger am Montag (07.05.2018) Luft gemacht. Vor der Dortmunder CDU-Zentrale demonstrierten sie gegen die Pläne der Landesregierung, die Casinos zu verkaufen. Auch in Aachen und Duisburg gingen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Straße. Sie fürchten Arbeitsplatzverlust und schlechtere Bezahlung.

Mitarbeiter des Spielcasinos Hohensyburg im Gespräch mit Dorian Marius Vornweg

Betriebsrat kritisiert Landesfinanzminster

Der Betriebsrat der Westspiel-Gruppe, Jens Hashagen ärgert sich besonders über die Äußerungen des Finanzministers Lutz Lienenkemper. Bei allen Debatten im Landtag sei es um die Kunstwerke in den Casinos gegangen. Da hieß es, die sei sicher, aber die Fragen zu den Mitarbeitern sind nicht beantwortet worden, kritisiert Hashagen.

Spielbanken machen Verluste

Die Spielbank-Mutter Westspiel, Herrin der vier NRW-Casinos, hat im vergangenen Jahr knapp drei Millionen Euro Verlust gemacht. Aber dem Land brachten die Spielbanken hingegen viel Steuergeld. Über die Spielbank-Abgabe flossen 40 Millionen Euro in den Landeshaushalt. Ein Teil davon wurde an die Städte mit Casinos und an die Wohlfahrtsverbände weitergegeben.

CDU und FDP wollen einen privaten Investor suchen und den Verkauf der Spielbanken europaweit ausschreiben. Morgen (08.05.2018) will das Landeskabinett über die Pläne entscheiden. Die beiden Parteien sehen es nicht als Landesaufgabe an, Spielbanken zu betreiben.

NRW will Westspiel-Casinos privatisieren

WDR 2 | 30.04.2018 | 02:07 Min.

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Stand: 07.05.2018, 14:10