Wie Großspender in der Corona-Diskussion mitmischen

Armin Laschet und Karl-Josef Laumann

Wie Großspender in der Corona-Diskussion mitmischen

Von Marc Steinhäuser

  • Unternehmer unterstützen Laschets Lockerungen
  • WDR-Recherchen: CDU-Spender finanzierte Heinsberg-Protokolle
  • Kritik an Corona-Expertenrat nimmt zu

NRW sei das "Land der Küchenbauer", sagt Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), als er die Entscheidung begründete, dass auch große Möbelhäuser wieder öffnen dürfen. Es gehe hier "um ein klares wirtschaftliches Interesse", sagt sein Parteifreund Karl-Josef Laumann, als Landesminister gleichzeitig für Gesundheit und Arbeit zuständig.

Die Lockerungen für den Einzelhandel und auch für Möbelhäuser haben manchen Unternehmer in dieser Woche aufatmen lassen. Gleichzeitig unterstützen mehrere Unternehmer die Lockerungspläne. Nach WDR-Recherchen haben zwei Unternehmer für die CDU gespendet. Ein CDU-Spender finanzierte auch die Vermarktung der Heinsberg-Studie.

Geldgeber für die Studien-Vermarktung

Mit genau dieser Studie sollte Laschets viel diskutierte Exit-Strategie inhaltlich untermauert werden, flankiert von einem "Expertenrat". Um den Ergebnissen der Heinsberg-Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen, wird sie, ungewöhnlich für wissenschaftliche Studien, von der PR-Agentur Storymachine begleitet, die ihre Social-Media-Kampagne "Heinsberg Protokoll" nennt.

Corona-Briefing #13 - Zurück in die Normalität

WDR RheinBlick 09.04.2020 25:51 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 WDR Online


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Storymachine-Chef Philipp Jessen beziffert die Unterstützung aus der Wirtschaft für das "Heinsberg-Protokoll" mit 30.000 Euro. Das Geld stammt vom Internetanbieter Deutsche Glasfaser und von der Gries Deco Company, Muttergesellschaft der Handelskette Depot, die Möbel und Deko-Artikel verkauft.

Spenden für Storymachine und die CDU

Firmenchef Christian Gries bestätigt die Zahlung von 10.000 Euro an Storymachine. Einen Zusammenhang zwischen der Spende und dem Geschäftsbetrieb von Gries Deco bestreitet er. Es sei "allen daran gelegen, die Coronakrise schnellstmöglich hinter uns zu lassen", sagt er dem WDR. Deshalb sei der Ansatz richtig, "wissenschaftliche Studien in Zeiten wie diesen transparent zu dokumentieren."

Christian Gries hat schon in der Vergangenheit die CDU mit viel Geld unterstützt, wie er dem WDR bestätigte. Im Wahljahr 2017 spendete er laut Bundestagsverwaltung 49.900 Euro an die CDU. Seitdem habe er nicht mehr an die Partei gespendet, versichert er.

Stand: 24.04.2020, 11:45