SPD-Landesvorsitz: Kutschaty gewinnt an Unterstützung

Thomas Kutschaty steht vor der Statue des ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Johannes Rau

SPD-Landesvorsitz: Kutschaty gewinnt an Unterstützung

Von Martin Teigeler

Thomas Kutschaty will neuer Landesvorsitzender der SPD in NRW werden. Dafür bekommt er nun Unterstützung von Frauen, Migranten, Senioren und Arbeitnehmern im Landesverband.

Im Rennen um den SPD-Landesvorsitz in NRW haben sich parteiinterne Arbeitsgemeinschaften für Thomas Kutschaty ausgesprochen. In einer Erklärung sprachen sich unter anderem die Sprecherinnen von Frauen, Migranten, Senioren und Arbeitnehmern für den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Landtagsfraktion aus.

Thomas Kutschaty, Sebastian Hartmann

Kutschaty (l.) und der bisherige Landeschef Sebastian Hartmann

Der 52-jährige frühere NRW-Justizminister Kutschaty sei ein "überzeugender Kandidat", der die SPD in Nordrhein-Westfalen zu "neuer Stärke" führen könne, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf, der dem WDR vorliegt. Die Position des Landeschefs solle mit der des Oppositionsführers im Landtag zusammengeführt werden, um die politische Schlagkraft mit Blick auf die nächste Landtagswahl zu erhöhen.

Mehrere Kandidaturen denkbar

Unterschrieben wurde das Papier unter anderem von der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Anja Butschkau. Auch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Daniela Jansen, unterstützt Kutschaty. Hinzu kommt Nadia Khalaf von der AG Migration und Vielfalt sowie die Vertreter weiterer SPD-Gruppen.

Auch der Vorsitzende der AG 60 plus, Walter Cremer, gehört zu den Unterstützern Kutschatys. Die älteren Genossen stellen einen großen Block der Mitglieder bei den Sozialdemokraten. Beim jüngsten Landeskongress der Jungsozialisten hatte der Essener Kutschaty ebenfalls viel Beifall für seine Rede bekommen.

Gerangel in der NRW-SPD

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 02.10.2020 04:06 Min. Verfügbar bis 02.10.2021 WDR 5 Von Frank Stach

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Kutschaty hatte Anfang des Monats angekündigt, im November auf dem Landesparteitag in Münster für den Vorsitz des mitgliederstärksten SPD-Landesverbands zu kandidieren. Auch der bisherige Landeschef Sebastian Hartmann will nach bisherigen Angaben wieder antreten, bisher aber seien Kandidatur noch nicht offiziell erklärt. Die SPD hatte bei den Kommunalwahlen ihr bisher schlechtestes Ergebnis erreicht und über 900 Mandate und Ämter verloren.

Die Unterstützung durch die SPD-internen Arbeitsgemeinschaften in NRW gibt der Bewerbung von Kutschaty Rückenwind. Laut Medienberichten könnte es aber noch weitere Kandidaturen für den Landesvorsitz geben. Gerüchte gibt es viele in der SPD. Auch eine Doppelspitze wie auf Bundesebene ist nicht ausgeschlossen.

Stand: 13.10.2020, 20:30

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