Sozialticket: Minister gibt Fehler zu

Sozialticket: Minister gibt Fehler zu

Von Rainer Kellers

  • Verkehrsminister Wüst will Sozialticket dauerhaft erhalten
  • Streichung der Landesförderung ist vom Tisch
  • Minister gibt zu, einen Fehler gemacht zu haben

Das Sozialticket bleibt. Auch nach 2018 wird das Land die verbilligte Fahrkarte im ÖPNV weiter fördern. Das hat am Mittwoch (29.11.2017) Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) angekündigt. "Fehler muss man korrigieren", sagte der Minister im Landtag.

Zusätzlich ein Ticket für Azubis

Für 2018 stellt das Land den Verkehrsverbünden weiterhin 40 Millionen Euro für das Sozialticket zur Verfügung. Wie viel Geld in den nächsten Jahren fließen wird, ist noch unklar. Ziel sei auch, das Ticketsystem insgesamt zu modernisieren. Auch ein verbilligtes Ticket für Azubis solle kommen.

Vergangene Woche hatte Wüst im Verkehrsausschuss überraschend angekündigt, die Förderung für das Sozialticket bis 2020 ganz auslaufen zu lassen. Damit löste der CDU-Minister einen Proteststurm aus.

SDP und Grüne: Chaotisch und konfus

Im Landtag nutzten SPD und Grüne die Gelegenheit zur Kritik an der schwarz-gelben Landesregierung. Diese agiere konfus und chaotisch. Die FDP hingegen erinnerte daran, dass von allen Bedürftigen weniger als jeder Fünfte das Sozialticket überhaupt in Anspruch nehme. Viele Bedürftige seien zudem vom Bezug des Tickets ausgeschlossen, Geringverdiener zum Beispiel.

FDP hält weiterhin nichts vom Sozialticket

Es brauche eine bessere Lösung, sagt FDP-Verkehrspolitiker Bodo Middeldorf. Allerdings: Die Proteste waren gerade deshalb so heftig, weil die Landesregierung das Sozialticket faktisch auslaufen lassen wollte, ohne eine Alternative vorgesehen zu haben.

Stand: 29.11.2017, 13:26