Darum fehlt bezahlbarer Wohnraum in NRW

Wohnungsnot in Düsseldorf Lokalzeit aus Düsseldorf 23.11.2018 02:40 Min. Verfügbar bis 23.11.2019 WDR Von Markus Waerder

Darum fehlt bezahlbarer Wohnraum in NRW

Von Wolfgang Otto

  • Förderpolitik war lange zu unattraktiv
  • Viele Wohnungen fallen aus der Mietpreisbindung
  • Mieterbund: Anstrengungen verdoppeln

Mieterschützer schlagen seit Jahren Alarm. Gegen ständig steigende Mieten in den Städten hilft nur der Neubau von Wohnungen. Doch da tut sich seit Jahren viel zu wenig, sagt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mieterbundes NRW.

"80.000 Wohnungen werden jedes Jahr gebraucht, es sind aber nur um die 45.000 bis 48.000 gewesen. Da fehlt also jetzt noch eine ganze Menge."

Die preiswerten Wohnungen fehlen

Vor allem im unteren Preissegment fehlen Wohnungen. Das liegt auch daran, dass der soziale Wohnungsbau über Jahrzehnte einen Niedergang erlebte. Die Mittel waren zwar da, wurden aber nicht abgerufen.

Das Problem: Die Förderkonditionen des Landes waren einfach nicht attraktiv genug. Billige Kredite bekamen die Wohnungsbaugesellschaften auch von der Bank – und zwar ohne Auflagen für die Miethöhe, wie das beim sozialen Wohnungsbau der Fall ist.

Die Wende in der Förderpolitik

Dazu kamen falsche Prognosen über den künftigen Bedarf. Erst vor drei Jahren leitete die damalige rot-grüne Landesregierung die Wende ein. Sie verbesserte die Förder-Konditionen.

Seit 2016 entstehen in NRW nun wieder 8.000 bis 10.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr. Auch die neue schwarz-gelbe Landesregierung drückt weiter aufs Tempo.

Der Bund buttert dazu

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU)

Ina Scharrenbach

Im NRW-Landtag sagte Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU) selbstbewusst, die Landesregierung schaffe "das Klima für Neubau, das wir brauchen für mehr bezahlbaren Wohnraum in diesem Land."

Dank einer kräftigen Finanzspritze von der GroKo in Berlin kann die Landesregierung in Düsseldorf jedes Jahr zusätzliche gut 200 Millionen Euro in die Förderung des sozialen Mitwohnungsbaus stecken. Insgesamt fließen damit 700 Millionen Euro allein in diesen Wohnungsbaubereich – abgesichert bis 2022.

Mieterbund fordert Verdopplung

Ob das reichen wird? Mieterbund-Vorstand Witzke ist skeptisch. Er fordert eine Verdopplung. Sein Argument: Jedes Jahr wachsen in NRW gut 10.000 Sozialwohnungen aus der Mietpreis-Bindung heraus.

Wenn gleichzeitig - wie derzeit - nur rund 10.000 neue Sozialwohnungen dazu kommen, dann bleibt der Bestand nur stabil, wo er doch eigentlich zunehmen müsste.

Stand: 31.01.2019, 06:00