NRW nimmt Wildschweine ins Visier

NRW nimmt Wildschweine ins Visier

  • Bauernverbände wollen 70 Prozent der Wildschweine töten
  • Auch Muttertiere sollen geschossen werden
  • Landwirtschaftsministerium hebt Schonzeit auf

Die Bauernverbände in NRW erwägen drastische Maßnahmen, um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern: 70 Prozent der Wildschweine im Land sollen getötet werden. Es soll auch erlaubt werden, Muttertiere zu bejagen.

"Diese Lösung finden wir auch nicht toll, aber es fehlen Alternativen", sagte Rudolf Platen von Rheinischen Bauernverband am Freitag (12.01.2018) dem WDR. Eine Abschussquote von 70 Prozent sei nötig, um die Bestände auf dem jetzigen Niveau zu halten und einen weiteren Anstieg zu verhindern.

Jäger wollen Muttertiere schonen

Der Landesjagdverband NRW unterstützt die Forderung nach höheren Abschussquoten. Es sei jedoch schwierig, sich auf eine genau Quote festzulegen, so Verbandssprecher Andreas Schneider. Die Wildschweinbestände im Land unterlägen hohen Schwankungen und seien daher schwer zu quantifizieren.

Dem geforderten Abschuss von Muttertieren erteilte Schneider mit Verweis auf jagdethische Prinzipien eine klare Absage: "Der Muttertierschutz ist für uns nicht verhandelbar."

Schonzeit bis 2021 aufgehoben

Bereits Anfang der Woche hatte das NRW-Landwirtschaftsministerium die Schonzeit für Wildschweine bis zum Frühjahr 2021 aufgehoben. Ausgenommen von der Jagdfreigabe sind bislang Muttertiere mit Frischlingen unter 25 Kilogramm.

Afrikanische Schweinepest: Gefahr in Verzug?

WDR 5 Morgenecho - Interview | 10.01.2018 | 05:21 Min.

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Wildschweinbestände nehmen zu

Der Bestand an Wildschweinen in NRW hat 2017 weiter zugenommen. Das folgt indirekt aus der Jagdbilanz 2016/2017. Demnach wurden im vergangenen Jagdjahr rund 39.000 Wildschweine erlegt. Dies sind rund 4.500 mehr als im Vorjahr.

Stand: 12.01.2018, 11:27