Umweltministerin warnt vor Schweinepest in NRW

Umweltministerin warnt vor Schweinepest in NRW

  • Landtag debattierte über drohende Afrikanische Schweinepest
  • Infizierte Tiere 120 Kilometer von NRW entfernt gefunden
  • Grüne wollen impfen statt jagen

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hat am Donnerstag (20.09.2018) erneut vor den Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest gewarnt. Es drohten wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe, wenn das Virus auch nach NRW übergreifen sollte, sagte Heinen-Esser im Landtag.

120 Kilometer von NRW entfernt

Zuletzt waren im Dreiländereck von Belgien, Frankreich und Luxemburg - 120 Kilometer von NRW entfernt - fünf infizierte tote Wildschweine entdeckt worden. Das Virus kann für Schweine tödlich sein, für Menschen ist es ungefährlich.

Afrikanische Schweinepest in Belgien angekommen

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 14.09.2018 06:52 Min. WDR 5

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Die Landesregierung hat Mitte September eine Sonderarbeitsgruppe einberufen, um Gegen-Maßnahmen zu koordinieren. So sollen Hinweisschilder an Rastplätzen entlang der Autobahnen zur korrekten Müllentsorgung aufmerksam machen, da das Virus auch durch Speisereste übertragen werden kann. Zudem sollen Raststätten eingezäunt werden. Die Jäger in NRW wurden zur verstärkten Wildschweinjagd aufgerufen.

"Auch wenn die Krankheit für Menschen ungefährlich ist, darf die Situation nicht verharmlost werden", warnte Markus Diekhoff, landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Für einen Landwirt hätte die Infizierung eines einzigen Schweins die Tötung und Entsorgung aller Schweine des Betriebs zur Folge.

Impfstoff statt Jagd

Die Grünen fordern hingegen die Entwicklung eines funktionierenden Impfstoffes, statt etwa die Jagd als Präventionsmaßnahme anzusehen. Denn: "Der eigentliche Gefährder ist der Mensch, nicht das Wildschwein", betonte deren Sprecher Norwich Rüße im Landtag.

Stand: 20.09.2018, 14:36