Doch kein Hacker-Angriff auf Schulze Föckings Fernseher

Umweltministerin Christina Schulze Föcking

Doch kein Hacker-Angriff auf Schulze Föckings Fernseher

Von Rainer Kellers

  • Fernseher von Ministerin Schulze Föcking wurde nicht gehackt
  • Videoübertragung versehentlich ausgelöst
  • Strafanzeige gegen Einbrecher in Tierställe der Familie

Ein vermeintlicher Hacker-Angriff auf das private Fernseh-Gerät von NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) hat sich als Panne herausgestellt. Das teilte die Ministerin am Montag (07.05.2018) schriftlich mit.

Der Fall hatte Mitte März Empörung ausgelöst: Während im Privathaus der Familie Schulze Föcking der Fernseher lief, erschien auf dem Gerät plötzlich eine Aufnahme aus dem Landtag. Zu sehen war der Mitschnitt einer Fragestunde. In dieser ging es um die Schweinehaltung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie.

Sollte Ministerin unter Druck gesetzt werden?

Sollte die Ministerin, die wegen der Haltungsbedingungen im Schweinemastbetrieb der Familie in der Kritik steht, unter Druck gesetzt werden? Das war bislang die Erklärung für den Vorfall. Schulze Föcking selbst ging von einem Angriff Dritter auf persönliche Verbindungsdaten aus.

Nun ist klar: Einen Hacker-Angriff hat es nie gegeben. Es handelt sich wohl um ein Versehen.

Unbemerkte und versehentliche Übertragung

Wie die Ministerin nun mitteilte, liegt bereits seit dem 18. April das vorläufige Ergebnis einer computerforensischen Untersuchung vor. Die Ermittler gehen davon aus, "dass die Videoübertragung unbemerkt und unbeabsichtigt durch ein für das Heimnetz berechtigtes Gerät in einer anliegenden Wohnung der Familie ausgelöst wurde".

Im Klartext: Jemand hat die Aufnahme aus dem Landtag versehentlich abgespielt und auf das digitale Fernsehgerät übertragen.

Warum das nicht auffiel und Schulze Föcking sofort von einem Hackerangriff ausging, dazu sagt die Ministerin nichts. Sie verweist darauf, dass sie und ihre Familie in sozialen Netzwerken massiv bedroht wurden.

Solidaritätskampagne für die Ministerin?

Die Grünen verlangen Aufklärung. Es entstehe "der fatale Eindruck, dass eine Solidaritätskampagne für eine angeschlagene Ministerin aufgrund falscher Tatsachen organisiert werden sollte", sagt Monika Düker, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag. Es sei auch "völlig inakzeptabel", dass Schulze Föcking erst jetzt die Öffentlichkeit informiere.

Strafanzeige gegen Einbrecher in Schweinestall

Unterdessen hat der Ehemann der Ministerin, der den Mastbetrieb führt, Strafanzeige wegen Einbruchs gestellt. Das teilte Schulze Föcking ebenfalls am Montag mit. Die Strafanzeige richtet sich gegen eine Person, die laut Ministerin zugegeben habe, in die Ställe eingedrungen zu sein und Videos von den Tieren gemacht zu haben. Darüber hinaus hat die Ministerin wegen Drohungen im Netz in fünf Fällen Strafanzeige gestellt.

Stand: 07.05.2018, 18:33