Schulstart: "Neue Zeitrechnung" und alte Probleme

Schulstart: "Neue Zeitrechnung" und alte Probleme

Von Christian Wolf

  • Neues Schuljahr startet mit Änderungen
  • Rückkehr zu G9 und Reform der Inklusion
  • Weiterhin Probleme mit Lehrermangel

Am Mittwoch (28.08.2019) startet für rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in NRW das neue Schuljahr. Dann stehen auch einige Änderungen an. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) spricht von nicht weniger als einer "neuen Zeitrechnung". Doch die alten Probleme bleiben bestehen. Eine Übersicht:

Rückkehr zu G9

Fast alle Gymnasien in NRW kehren zum Abitur nach neun Jahren zurück. Die Schüler der Klassen 5 und 6 bekommen ab diesem Schuljahr wieder mehr Zeit zum Lernen. Lediglich drei Schulen halten freiwillig am "Turbo-Abitur" nach acht Jahren fest. Gebauer hofft, dass mit der Umstellung die "jahrelange quälende Debatte" um das Abitur aufhört.

Rückkehr zu G9: "Kindern mehr Zeit geben"

WDR 5 Morgenecho - Interview 12.07.2019 06:36 Min. Verfügbar bis 11.07.2020 WDR 5

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Reform der Inklusion

Mit der bisherigen Form der Inklusion war Gebauer unzufrieden. Sie nennt es die "größte Baustelle", die sie von der alten Landesregierung übernommen habe. Der "Paradigmenwechsel" sieht vor, dass weniger Schulen den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen anbieten - diese dafür aber besser vorbereitet und ausgestattet werden. Es gibt zusätzliche Lehrerstellen und Geld für Fortbildungen.

Inklusion an Schulen: Verbände ziehen Bilanz Aktuelle Stunde 03.05.2019 02:46 Min. UT Verfügbar bis 03.05.2020 WDR Von Rupert Wiederwald

Digitalisierung

Schüler arbeiten in einem Klassenraum einer Grundschule an Computern.

Für die IT-Ausstattung an Schulen gibt es Geld

Nach langem Hin und Her kann zusätzliches Geld für die Digitalisierung in die Schulen fließen. Aus dem Digitalpakt des Bundes bekommt NRW rund eine Milliarde Euro. Die wird auf die rund 5.500 Schulen im Land aufgeteilt. Laut Gebauer können ab Mitte September die ersten Anträge gestellt werden. Mit dem Geld sollen Infrastruktur und Ausstattung verbessert werden - zum Beispiel durch den Kauf interaktiver Tafeln, Laptops oder Tablets. Auch ein schulisches WLAN soll finanziert werden.

Fehlende Lehrer

Düsseldorf: Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz zum Beginn des Schuljahres 2019/20.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

Probleme gibt es weiterhin bei den Lehrern. Offene Stellen können oftmals nicht besetzt werden. Gebauer räumt ein, dass es einen "leer gefegten Arbeitsmarkt" und eine "sehr schlechte Situation" gebe. Seit Jahresanfang konnten deshalb nur 57,8 Prozent der offenen Stellen besetzt werden. Während es an den Gymnasien vergleichsweise gut aussieht (81,5 Prozent), ist die Lage an Hauptschulen (49,1 Prozent) und Grundschulen (54,6 Prozent) angespannter. Bis zum Jahresende sollen sich die Zahlen noch verbessern.

Als "größte Herausforderung" bezeichnet die Ministerin den Mangel an Sonderpädagogen. In den kommenden Jahren würden in der Spitze bis zu 2.000 fehlen. Mit Blick auf die Inklusion spricht Gebauer deshalb von einer "ernsten Situation". An den Unis würden aber bereits mehr Sonderpädagogen ausgebildet.

Schulen ohne Bewerber Westpol 31.03.2019 UT DGS Verfügbar bis 31.03.2020 WDR

Stand: 23.08.2019, 14:35