Nach den Sommerferien: Weiterhin Präsenzunterricht mit Maske

Stand: 13.08.2021, 11:48 Uhr

NRW-Schulministerin Gebauer hat ihre Pläne für den Schulstart nach den Ferien vorgestellt: Es soll so anfangen, wie das alte endet. In Präsenz, aber mit Tests und Masken drinnen.

Von Sabine Tenta

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat in einem Pressegespräch ihre Pläne für den Schulstart nach den Sommerferien vorgestellt: Der Unterricht soll vollständig in Präsenz stattfinden.

Gebauer sprach von "größtmöglicher Normalität". In den Ferien seien "alle Maßnahmen unternommen" worden, um den Schulstart "sicher zu gestalten". Die aktuellen Corona-Zahlen würden den Präsenzunterricht weiterhin zulassen. Es sei aber "Umsicht geboten".

Weiter Maskenpflicht in Innenbereichen

Auch im neuen Schuljahr müssen Schüler und Lehrer eine medizinische Maske tragen. Das betrifft die Innenbereiche der Schulen - also auch den Unterricht - nicht aber das Außengelände. Die Maskenpflicht gilt ebenso für Geimpfte. Im Sportunterricht greift sie, wenn Abstände nicht eingehalten werden können.

Auch RKI-Präsident Lothar Wieler hatte für die Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht plädiert. Es sei ein "sehr wenig aufwendiges Mittel, um viel zu erreichen". Masken in Kombination mit regelmäßigen Tests seien wichtig, um die Schulen offenzuhalten.

Weiterhin zweimal pro Woche Tests

Mindestens bis zu den Herbstferien sollen Schülerinnen und Schüler weiter zweimal pro Woche auf Corona getestet werden: in den weiterführenden Schulen mit Antigen-Selbsttests, in den Grund- und Förderschulen wieder mit Lolli-Tests. Vollständig Geimpfte oder Genesene müssen sich aber nicht mehr testen.

Lockerungen bei den Quarantäneregeln

Wenn bei Testungen ein Infizierter entdeckt wird, musste bisher die ganze Klasse in Quarantäne. Das wird zum neuen Schuljahr weniger streng gehandhabt: Bei einem Corona-Fall in der Klasse müssen nur noch die direkten Sitznachbarn (neben, vorne und hinten) sowie die Lehrkräfte in Quarantäne. Vollständig geimpfte und symptomlose Schülerinnen und Schüler sind völlig von der Quarantänepflicht befreit.

Impfung keine Voraussetzung für Unterricht

Gebauer versicherte, man müsse sich nicht impfen lassen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Eine Impfpflicht werde es weder für Schüler, noch Lehrer oder andere am Schulleben Beteiligte geben. "Jede Impfung bleibt eine ganz persönliche Entscheidung", sagte die Ministerin.

Einschulungsfeiern möglich

Einschulungsfeiern sollen erlaubt sein - unter Auflagen. So müssen Masken getragen, Abstände eingehalten und die Kontakt-Nachverfolgung sichergestellt werden. Laut Gebauer wird zudem empfohlen, dass alle Teilnehmer getestet sind.

Schulfahrten erlaubt

Auch Ausflüge und Klassenfahrten ins In- und Ausland sind wieder erlaubt - ebenfalls unter Auflagen. Das Infektionsgeschehen am Standort der Schule und am Zielort müssten dies zulassen.

Die Schulen sollten mit Blick auf die Corona-bedingten Lernrückstände zudem selbst entscheiden und "sorgfältig" abwägen, ob es sinnvoll sei, für Schulfahrten Unterricht ausfallen zu lassen.

Flächendeckender Einsatz von Luftfiltern nicht geplant

Es ist nicht geplant, Luftfilter flächendeckend einzusetzen. Es soll aber nochmal ein Förderprogramm vom Land NRW und dem Bund geben - in Höhe von 90 Millionen Euro. Damit können die Schulen Luftfilter anschaffen, wenn vor Ort nur eingeschränkt gelüftet werden kann. Die Entscheidung darüber liegt bei den Kommunen. Vom ersten Förderprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro wurden laut Gebauer im vergangenen Jahr nur 20 Millionen Euro auch tatsächlich genutzt.

Ministerium warnt vor Überbewertung der Luftfilter

Staatssekretär Mathias Richter aus dem Schulministerium hatte zuvor davor gewarnt, zu sehr auf die Luftfilter zu setzen. Sie seien nur ein Baustein in einem größeren Gesamtkonzept. Eine Studie des Umweltbundesamtes sei zu einer "differenzierten Meinung zu diesen Geräten" gekommen.

Wörtlich heißt es beim Umweltbundesamt: "Mobile Luftreinigungsgeräte versprechen, virushaltige Partikel in Innenräumen zu reduzieren. Ob die Minderungen ausreichen, eine Infektionsgefahr in dicht belegten Klassenräumen abzuwenden, ist nach jetzigem Wissensstand unsicher. Da die Geräte weder CO2 noch Wasserdampf aus der Raumluft entfernen, empfiehlt das UBA weiter auch in der kalten Jahreszeit die Fensterlüftung als prioritäre Maßnahme."