Corona-Krise an Schulen: Druck auf Land NRW steigt

Pressekonferenz: Ministerpräsident Armin Laschet, Schulministerin Yvonne Gebauer

Corona-Krise an Schulen: Druck auf Land NRW steigt

Von Martin Teigeler

Ministerpräsident Laschet und Schulministerin Gebauer betonen seit Wochen, dass die Schulen trotz steigender Corona-Zahlen offenbleiben sollen. Doch der Wunsch nach flexiblen Lösungen wächst.

Wegen steigender Corona-Zahlen fordert die Opposition das Land auf, Alternativen zum Präsenzunterricht an Schulen zuzulassen.

Nötig sei ein "Plan B", der "Bildungsgerechtigkeit und Infektionsschutz" verbinde, sagte Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul am Dienstag bei einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz mit Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) müsse ihre "Blockadehaltung" aufgeben.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD)

Kurzbach forderte erneut, dem von der Landesregierung verbotenen Schulsonderweg in Solingen eine Chance zu geben. "Kleinere Lerngruppen, größere Abstände und weniger Andrang in den Bussen und auf dem Weg zur Schule" seien geplant gewesen, um die Corona-Zahlen in den Griff zu bekommen.

Der Oberbürgermeister verwies auf die Aussage von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Die CDU-Politikerin plädierte am Dienstag in einem Interview mit der "Rheinischen Post" für einen Ausbau der digitalen Lehrformate und die Stärkung der hybriden Unterrichtsformen.

Schäffer und Paul bei Pressekonferenz Grünen-Fraktionsvorsitzende Nordrhein-Westfalen

Josefine Paul (l.), Co-Vorsitzende der Grünen im Landtag

Grünen-Fraktionschefin Paul appellierte an die schwarz-gelbe Landesregierung, wie in anderen Bundesländern flexible Lösungen zu erlauben. Die grüne Bildungsexpertin Sigrid Beer sagte, Schulministerin Gebauer könne kurzfristig mit der Änderung der Verordnung reagieren - wenn sie es denn wollte.

Zehntausende Schüler sitzen zu Hause

Allein in Solingen sind laut Kurzbach mittlerweile 283 Lehrer, 2271 Schüler und 111 Klassen in Quarantäne. Es gebe zwölf positiv getestete Lehrer und 80 Schüler. Landesweit können (Stand: 4. November) rund 50.000 Schüler nicht in den Unterricht gehen.

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Gebauer hatte den Plan aus Solingen in der vergangenen Woche mit den Worten abgelehnt: "Das Infektionsgeschehen gibt es nicht her, dass Solingen diesen Weg geht."

Das brisante Thema Corona und Schule wird die Landespolitik weiter beschäftigen. Bereits am morgigen Mittwoch berät der Landtag in einer Sondersitzung über die Corona-Schutzmaßnahmen. Die Debatte beginnt mit einer Unterrichtung durch die Landesregierung. Am 17. November findet zudem ein Schulgipfel der SPD-Landtagsfraktion statt.

Stand: 10.11.2020, 17:44