G9: NRW führt zentrale Prüfung nach Klasse Zehn ein

Schüler sitzen in einem Klassenraum an getrennten Tischen und schreiben eine Prüfung

G9: NRW führt zentrale Prüfung nach Klasse Zehn ein

Von Rainer Kellers

  • Schulministerin nennt Details zur Umsetzung von G9
  • Zentrale Prüfung nach der zehnten Klasse auch am Gymnasium
  • Wirtschaft als Fach soll gestärkt werden

Mit der Umstellung auf eine neunjährige Schulzeit sollen die Gymnasien insgesamt besser werden. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) plant einen "Modernisierungsschub". Die Eckpunkte dazu hat sie am Donnerstag (08.03.2018) vorgestellt.

Zentrale Prüfung nach der Zehn

Eine zentrale Abschlussprüfung nach der zehnten Klasse ist an Gesamtschulen, Real- oder Hauptschulen Pflicht. Am Gymnasium hingegen erwerben Schüler bisher die mittlere Reife mit der Versetzung in die elfte Klasse. Das soll anders werden. Mit G9 führt Schulministerin Gebauer eine zentrale Prüfung auch für Gymnasiasten ein. Geprüft werden Mathe, Deutsch und Englisch. An G8-Gymnasien soll es diese Prüfung weiterhin nicht geben.

Das Fach Politik/Wirtschaft

25 Kern-Lehrpläne lässt die Ministerin überarbeiten. Fest steht schon jetzt: Das Fach Politik/Wirtschaft soll gestärkt werden. Der FDP-Politikerin Gebauer ist besonders wichtig, dass die Schüler ökonomische Kompetenz erwerben. Lerninhalte könnten beispielsweise die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft sein, aber auch praktisches Wissen etwa über Handy-Verträge oder Schuldenfallen beim Einkauf auf Pump.

Informatik

Alle Schüler sollen Grundkenntnisse im Programmieren erlernen, fordert Ministerin Gebauer. Das Fach Informatik soll aufgewertet werden.

Halbtagsschule und Samstagsunterricht

In der Sekundarstufe I sind insgesamt 188 Wochenstunden vorgesehen. Acht davon sind nicht verbindlich und können beispielsweise für Förderunterricht genutzt werden. Das bedeutet für die Schulzeiten: Im Schnitt haben die Kinder an fünf Tagen in der Woche sechs Stunden Unterricht. Die Schule kann also als Halbtagsschule geführt werden. Samstagsunterricht ist trotzdem möglich, wenn die Schulkonferenz das entscheidet.

Zweite und dritte Fremdsprache

Die zweite Fremdsprache kommt in der Klasse sieben (bisher Klasse sechs). Das gilt künftig nicht nur für Gymnasien, sondern für alle Schulformen. Eine dritte Fremdsprache kann mit der Umstellung auf G9 erst ab der neunten Klasse gewählt werden (bisher 8. Klasse). Dasselbe gilt für andere Wahlfächer.

"Es ist schon ein gewaltiger Kraftakt"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 07.03.2018 | 06:33 Min.

Download

Stand: 08.03.2018, 16:00