Noten auf Lehrer-Laptop: Wer trägt das Risiko?

Digitales Lernen, Rechenaufgabe auf Wandtafel und Tablet "2+2=4"

Noten auf Lehrer-Laptop: Wer trägt das Risiko?

Von Martin Teigeler

  • Diskussion um Datenschutzerklärung für Lehrer
  • Land fordert Einhaltung von Sicherheits-Standards
  • Lehrergewerkschaft fürchtet Haftungsrisiko

Da an Schulen Computer fehlen, nutzen Lehrer oft ihre privaten Laptops, zum Beispiel um Noten der Schüler festzuhalten. Jetzt sollen Lehrer schriftlich versichern, "dass die erforderlichen rechtlichen und technischen Bedingungen hierfür beachtet werden". Das sagte ein Sprecher des NRW-Schulministeriums am Montag (19.03.2018).

Ärger um Lehrer-Laptops

WDR 5 Westblick - aktuell | 19.03.2018 | 01:26 Min.

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GEW rügt "Haftungsrisiko" bei Lehrern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist alarmiert. Die Dienstanweisung führe "zu einem Haftungsrisiko für Schulleitungen und Lehrkräfte, wenn sie notgedrungen private Endgeräte einsetzen. Das ist nicht hinnehmbar", sagt ein Sprecher der GEW. Das Ministerium sieht das anders. Eine Haftung sei ausgeschlossen, wenn die Vorgaben eingehalten würden, heißt es.

Der Philologen-Verband will vom Ministerium wissen, was genau bei Virensoftware, Backups oder Verschlüsselung zu beachten sei. Auch dass Lehrer Seriennummern ihrer Geräte angeben sollen, löst Kritik aus. "Wie will der Dienstherr sicherstellen, dass alle Kollegen über die nötige IT-Kompetenz verfügen?" Der Verband rät Lehrern derzeit davon ab, die Datenschutzerklärung zu unterschreiben.

Ein Sprecher des Ministeriums betonte: Die Rechtslage beim IT-Datenschutz gelte seit 1988. Neu sei nur der Vordruck, "in dem alle relevanten Aspekte angesprochen sind".

Digitales Klassenzimmer gestoppt

Die GEW erwidert, man fordere schon lange dienstliche Endgeräte - gewartet von IT-Experten. Im Herbst 2017 hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Einführung der digitalen Arbeitsplattform LOGINEO für Lehrer auf Eis gelegt - wegen Technik-Problemen.

Stand: 19.03.2018, 17:22