Ein Schüler sitzt im Unterricht und trägt dabei einen Mundschutz.

Corona: Neue Regeln für Schulen in NRW

Stand: 02.02.2022, 16:35 Uhr

Auch in diesem Jahr wird es wegen der Corona-Pandemie an Schulen in NRW Erleichterungen für Abschlussprüfungen geben. Schulen können zudem selbst über Distanzunterricht entscheiden.

Von Rainer Striewski

Trotz Omikron, trotz Corona werde es auch in diesem Jahr an den Schulen in NRW "ordentliche Abschlüsse" geben. Das betonte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch: "Wer am Ende eine zentrale Abschlussprüfung ablegt, wird einen vollwertigen Abschluss erhalten."

Erleichterungen beim Zentralabitur

Yvonne Gebauer wartet auf den Beginn der Schulausschuss-Sitzung.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)

Coronabedingt wird es aber auch in diesem Jahr wieder einige Änderungen - genauer gesagt: Erleichterungen - für die Abschlussprüfungen geben. So wird für die angehenden Abiturienten vom 1. bis 7. April nur noch Unterricht zur Vorbereitung auf die Prüfungen in den Abiturfächern erteilt. Zudem ist für das Zentralabitur - wie im vergangenen Jahr - eine erweiterte Aufgabenauswahl vorgesehen. Dadurch werde die Auswahl an Themen erhöht, die zum jeweiligen Unterricht passten, so Gebauer.

Entlastung auch für 10. Abschlussklassen

Bei den zentralen Prüfungen der Klasse 10 werden in einigen Fächern bestimmte Inhalte von der Prüfung ausgenommen und auf die Zeit nach der Prüfung verschoben. Dadurch sollen die Prüflinge entlastet werden, ohne bundesweite Bildungsstandards einzuschränken. "Den Schülern sollen keine Nachteile entstehen", so Gebauer.

Am Präsenzunterricht will die Schulministerin weiterhin grundsätzlich festhalten, besonders in den ersten und letzten Schulkassen. "Der wichtige Start und das Finale der Schullaufbahn muss durch den Präsenzunterricht sichergestellt sein und gelingen", betonte Gebauer.

Zeitlich befristeter Distanzunterricht

Grundsätzlich hätten die Schulen laut Gebauer mehrere Möglichkeiten, um auf die aktuelle Pandemielage zu reagieren. So könne die Zahl der schriftlichen Klassenarbeiten etwa von fünf auf vier verringert werden. Auch die vorgeschriebene Wochenstundenzahl könne vorübergehend unterschritten werden, so Gebauer. Wichtig wäre dabei aber eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Kürzung über alle Fächer.

Und: Die Schulen können für einzelne Jahrgangs- oder Lerngruppen zeitlich befristeten Distanzunterricht einführen. Vor solchen Entscheidungen sei die Schulkonferenz einzubinden, "damit die Eltern mitgenommen werden", so Gebauer. Es werde aber keinen flächendeckenden Distanzunterricht geben, versicherte die Ministerin.

Opposition: "In den Schulen regiert das Virus"

Die Gewerkschaft "Lehrer NRW" begrüßte es, dass Gebauer die Möglichkeit zum Distanzunterricht explizit ansprach: "Die Schulen haben auf ein solches Signal gewartet", erklärte der Verbandsvorsitzende Sven Christoffer. Denn: "Vielerorts ist durchgehender Präsenzunterricht bereits seit längerem nicht mehr aufrecht zu erhalten."

Die Opposition im Landtag äußerte sich kritisch. Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, sprach von einem "längst überfälligen Schritt" und einer "Kapitulation vor der schulischen Realität". Und für Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, ist klar: "In den Schulen regiert das Virus - und nicht die Regierung Wüst."

Wie die Schulen auf Corona reagieren (dürfen)

WDR 5 Westblick - aktuell 02.02.2022 04:38 Min. Verfügbar bis 02.02.2023 WDR 5


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