Neue Kommission für den Islamunterricht in NRW

Bild aus dem Islamunterricht einer Schule

Neue Kommission für den Islamunterricht in NRW

Von Christoph Ullrich

Der islamische Religionsunterricht in NRW wird weiter vorangetrieben. Schulministerin Gebauer (FDP) hat die Kommission vorgestellt, die künftig für die Lerninhalte mitverantwortlich ist.

In den vergangenen Jahren hat der Islamunterricht an den Schulen des Landes stark zugenommen. Waren es zum Start im Jahr 2012 nur rund 1.800 Schüler und Schülerinnen, die ihn in Anspruch nehmen konnten, sind dies nun sehr viel mehr: Im Schuljahr 2019/20 lag die Zahl bei 21.634.

Dabei war die Einführung des Islamunterrichts kompliziert. Anders als etwa bei der evangelischen wie der katholischen Kirche fehlt eine eindeutige Vertretung der Religionsgemeinschaft. Für den Islam gibt es zahlreiche Gruppen, eine eindeutige Vertretung wie die Deutsche Bischofskonferenz für die katholische oder die EKD für die evangelische Kirche gibt es nicht.

"Meilenstein" für den Islamunterricht

Daher war es lange schwierig, einen rechtlich abgesicherten Islamunterricht anzubieten, Lerninhalte zu erarbeiten und Lehrerlaubnisse zu erteilen. Seit 2012 gab es dazu einen Beirat, dessen Mitglieder vom Koordinationsrat der Muslime und vom Schulministerium benannt wurden.

Dieser Beirat wird nun von einer ständigen Kommission abgelöst, was Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) als "Meilenstein" bezeichnet. Sechs Organisationen haben mit dem Land einen Vertrag über die Organisation des Islamunterrichts geschlossen.

DITIB wieder mit dabei

Diese Organisationen verpflichten sich zur Eigenständigkeit und zur Unabhängigkeit von Staaten und nehmen damit gemeinsam die Aufgaben einer Religionsgemeinschaft wahr. Die Verträge mit sechs Mitgliedsverbänden sind bereits unterzeichnet. Gebauer hofft, "dass man so eine größere Rechtssicherheit für den Unterricht haben." Außerdem - so Gebauer weiter - könne man aufgrund der Verträge die Kommission offen halten, auch für weitere Mitglieder. Im Gegenzug könnten Verstöße gegen den Vertrag geahndet werden.

Zu Diskussionen dürfte die Teilnahme der DITIB führen. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion wird immer wieder für zuviel Nähe zur türkischen Regierung kritisiert. Gebauer sagte auf Nachfrage, die Teilnahme der DITIB könne bei Vertragsverstößen auch beendet werden, im Besetzungsverfahren habe sie jedoch alle Voraussetzungen erfüllt.

Die Freidemokratin hofft jetzt eher auf das Positive in diesem formalen Schritt. Der Islamunterricht in NRW - so zeige die Praxis an den Schulen - führe zu einem besseren interreligiösen Dialog, so Gebauer.

Stand: 17.05.2021, 15:31

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