NRW-Wirtschaftsminister gegen Kohleausstieg bis 2038

Kohlekommission

NRW-Wirtschaftsminister gegen Kohleausstieg bis 2038

  • Pinkwart gegen frühe Nennung eines Ausstiegsdatums
  • RWE-Konzern fordert schlüssiges Konzept
  • Der Ball liegt bei der Kohlekommission

Nach einem "Spiegel"-Bericht hat Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, einer der vier Vorsitzenden der Kohlekommission, ein Konzept vorgelegt, wonach die letzten Kohlekraftwerke zwischen 2035 und 2038 geschlossen werden könnten. Scharfe Kritik daran kommt nun aus der NRW-Landesregierung.

Pinkwart: Grundlagen ungeklärt

Die Kohlekommission habe noch viel Arbeit vor sich und wichtige energiewirtschaftliche Grundlagen seien ungeklärt, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), der auch Mitglied der Kommission ist, am Sonntag (16.09.2018) der Deutschen Presse-Agentur. "Umso unverständlicher ist es, dass zu so einem frühen Zeitpunkt Ausstiegsdaten genannt werden."

Pinkwart warnte, das könne die Versorgungssicherheit gefährden, Mitarbeiter von Unternehmen verunsichern und Strukturbrüche im Rheinischen Braunkohlerevier sowie der energieintensiven Wirtschaft zur Folge haben.

RWE: "Nicht akzeptabel"

Auch der Energiekonzern RWE hatte den Ausstieg bis 2038 als "nicht akzeptabel" abgelehnt. Für eine erfolgreiche Energiewende müssten Versorgungssicherheit, bezahlbare Strompreise und Klimaschutz, sowie die Auswirkungen auf die betroffenen Regionen und die Beschäftigten in Einklang gebracht werden, so das Unternehmen.

Das Ende der Kohleverstromung hänge auch vom schnellen und konsequenten Ausbau der Netze und der erneuerbaren Energien ab. Die Kohlekommission in Berlin müsse dafür ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen.

RWE will weiter Braunkohle abbauen

Umweltschützer kämpfen derzeit erbittert gegen die vom Energiekonzern RWE im Hambacher Forst geplanten Rodungen und fordern einen Aufschub, bis die Kommission in Berlin ihr Ergebnis vorlegt.

Stand: 16.09.2018, 13:00