Ruhrtriennale-Chefin bleibt - bekommt aber Stellvertreter

Ruhrtriennale-Chefin bleibt - bekommt aber Stellvertreter

  • Aufsichtsrat der Ruhrtriennale hält an Intendantin fest
  • Stefanie Carp bekommt Stellvertreter an die Seite
  • Jürgen Reitzler soll die Organisation verbessern

Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp bleibt trotz Kritik an ihrem Umgang mit einer israelkritischen Band planmäßig weitere zwei Jahre im Amt. Allerdings solle sie einen Stellvertreter zur Seite gestellt bekommen, der die Organisationsabläufe verbessert, teilte der Aufsichtsrat des Kulturfestivals nach einer außerordentlichen Sitzung am Montag (22.10.2018) mit. Vize wird ab sofort Jürgen Reitzler, der bislang unter anderem künstlerischer Betriebsdirektor am Staatsschauspiel Dresden war.

Streit um schottische Band

Das erste Jahr unter der Intendanz von Carp gilt künstlerisch als Erfolg. Schlagzeilen machte die Ruhrtriennale mit Sitz in Bochum aber vor allem wegen Carps Umgang mit der Band"Young Fathers". Die Gruppe steht der als israelfeindlich und antisemitisch kritisierten BDS-Kampagne ("Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen") nahe.

Noch ehe das Festival im August startete, war es in eine Diskussion über Antisemitismus verstrickt. Die Intendantin lud die schottische Gruppe erst ein, dann aus und dann wieder ein. Am Ende sagte die Gruppe von sich aus ab.

Carp will sich an Landtagsresolution halten

Mit Blick auf ihren künftigen Umgang mit der israelkritischen BDS-Boykott-Kampagne sicherte Carp laut Mitteilung zu, sich an eine Resolution zu halten, die der NRW-Landtag nach dem Eklat verabschiedet hatte. Darin verurteilen die Landtags-Fraktionen die Bewegung als "klar antisemitisch". Gruppierungen, welche Ziele der Kampagne verfolgten, sollten keine Unterstützung finden.

Stand: 22.10.2018, 15:48