Rückkehrprogramm: NRW holt junge Wissenschaftler zurück

Wissenschaftlerin schaut durch ein Mikroskop

Rückkehrprogramm: NRW holt junge Wissenschaftler zurück

Von Nina Magoley

Wissenschaftler aus NRW, die derzeit im Ausland arbeiten, will die Landesregierung die Rückkehr nach NRW schmackhaft machen. Gerade kommen sechs Medizin-Nachwuchsforscher zurück.

"Husch husch, zurück ins Körbchen", könnte man auch sagen - aber es geht um mehr: NRW will das Potenzial junger Wissenschaftler, die aus Deutschland kommen, aber im Ausland arbeiten, für die Forschung hierzulande zurückgewinnen. Über das sogenannte "Rückkehrprogramm" des NRW-Wissenschaftsministeriums können sich rückkehrwillige Interessenten bewerben und werden dann vom Land unterstützt.

Wichtiges Know-how nach NRW holen

In der letzten Bewerberrunde ging es um medizinische Forschung. Sechs "hervorragende Wissenschaftstalente von internationalen Spitzeneinrichtungen" habe man nun für NRW gewinnen können, meldete das Ministerium am Dienstag. Unter ihnen ist beispielsweise Sidney Becker, der bisher an der University of Cambridge in Großbritannien die Prinzipien der molekularen Evolution zu erforschte. Er hatte zuvor an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert.

Oder Johanna Theruvath, die an der Stanford University School of Medicine in den USA neue Ansätze zu Immuntherapien von Gehirntumoren bei Kindern entwickelte. Der junge Forscher Alpaslan Tasdogan war nach der Promotion in Ulm an das Children’s Research Institute der University of Texas gegangen. Er gehe künftig in NRW der Frage nach, welche speziellen Diätformen die Metastasierung bei Krebs hemmen und die Wirkung von Tumor-Medikamenten unterstützen können.

Programm seit 14 Jahren erfolgreich

Das Rückkehrprogramm für wissenschaftliche Nachwuchskräfte wurde bereits dreizehn Mal ausgeschrieben, immer mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Seit 2007 seien insgesamt 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen nach NRW gekommen, so das Ministerium.

Die deutsche Staatsangehörigkeit ist demnach für die Teilnahme an dem Programm nicht erforderlich. Die Auserwählten werden fünf Jahre lang gefördert mit einem Gesamtbudget von 1,25 Millionen Euro. Damit können auch Mitarbeiter bezahlt werden, die die Forschenden aus dem Ausland mitbringen wollen.

Ebenfalls bewerben können sich Hochschulen aus NRW, die an den Rückkehrern interessiert sind. Mit dabei waren diesmal 14 Hochschulen, darunter beispielsweise die RWTH Aachen, die TU Dortmund und die Private Universität Witten/Herdecke. Im Rahmen des Programms knüpft das Ministeriums dann die nötigen Verbindungen zwischen den Unis und den jungen Wissenschaftlern.

Der gelb-grüne Streit um die Genschere

WDR RheinBlick 19.03.2021 31:22 Min. Verfügbar bis 19.03.2022 WDR Online


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Stand: 27.07.2021, 14:01