Vorgeschmack auf Zukunft: Erster RRX rollt durch das Land

Der RRX kommt bald aufs Gleis

Vorgeschmack auf Zukunft: Erster RRX rollt durch das Land

Er gilt als wichtigstes Nahverkehrsprojekt in NRW: Der Rhein-Ruhr-Express, kurz RRX, soll in einem der größten Ballungsräume für bessere Zugverbindungen sorgen.

Wozu braucht es überhaupt den RRX?

2,4 Millionen Menschen sind täglich in NRW auf der Schiene unterwegs, die meisten davon im riesigen Ballungsraum zwischen Rhein und Ruhr. Die Fahrgastzahlen steigen immer weiter.

Was soll also passieren?

Um die Kapazitäten zu erhöhen, soll die Strecke dringend ausgebaut werden. Dies geschieht durch zusätzliche Schienen und Weichen. "Dadurch erreichen wir eine Entflechtung des schnellen Fern- und Regionalverkehrs vom langsameren S-Bahnverkehr. Zwischen Düsseldorf und Duisburg erhält der RRX sogar komplett eigene Gleise", so eine Bahnsprecherin. Der Takt kann verdichtet werden und langsame Züge halten die zügigeren nicht mehr auf. Zudem sieht das neue Konzept vor, dass andere Landesteile durch gute Verbindungen von der Rhein-Ruhr-Achse etwa nach Aachen, Bonn und Münster besser erreicht werden.

Wann kann das Verkehrskonzept Wirklichkeit werden?

Die angestrebte dichte Taktung von 15 Minuten lässt sich erst umsetzen, wenn die letzte Schiene verbaut ist. Doch die meisten der geplanten Bauabschnitte befinden sich noch in der Genehmigungsphase. Vor dem Jahr 2030 rechnen die Beteiligten nicht mit einem Abschluss. Die neuen Züge sollen allerdings schon nach und nach in NRW zum Einsatz kommen - im sogenannten Vorlaufbetrieb.

Was sieht der Vorlaufbetrieb genau vor?

Die künftigen Betreiber des RRX, die Bahnunternehmen Abellio und National Express, wollen Linie für Linie die neuen Siemens-Züge des Typs Desiro HC auf die Schiene bringen. Den Anfang macht der RE 11 von Düsseldorf nach Kassel. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember setzt Abellio auf der Strecke 15 neue Züge ein - der erste verlässt morgens um 6.10 den Bahnhof Dortmund.

Welche Verbesserungen bringen die neuen Züge?

Die Betreiber versprechen mehr Komfort. Die Sitze sollen ähnlich gepolstert sein wie im Fernverkehr, die Klimaanlagen weniger störanfällig. Zudem gibt es teils deutlich mehr Sitzplätze, etwa auf der Linie RE 11 bis Hamm doppelt so viele wie bisher. Zuletzt wurde jedoch bekannt, dass Siemens mit den künftigen Eigentümern, darunter der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), um kleinere Mängel an den Zügenstreitet. Hier gehe es jedoch nicht um sicherheitsrelevante Aspekte, sondern nur um Kratzer und Dellen, hieß es beim VRR.

Was ist mit mehr Pünktlichkeit?

Die Züge seien leistungsstärker und damit schneller. Auch ein verbesserter Ein- und Ausstieg lasse hoffen, dass es seltener zu Verspätungen kommt. Pro-Bahn-Sprecher Lother Ebbers lobt zudem, dass Siemens als Hersteller erstmals in Deutschland verantwortlich für die dauerhafte Wartung und Reparatur der Züge ist.

Rhein-Ruhr-Express kommt ins Rollen

WDR 5 Morgenecho - Interview 07.12.2018 03:50 Min. Verfügbar bis 06.12.2019 WDR 5

Download

Stand: 07.12.2018, 14:56