Neue Risiken beim Neubau der Leverkusener Brücke?

Neue Risiken beim Neubau der Leverkusener Brücke?

  • Westpol-Recherchen zeigen mögliche neue Probleme beim Bau der Leverkusener Rheinbrücke
  • Teil einer alten Giftmüll-Deponie blieb bei der Planung unberücksichtigt
  • Erhebliche Mehrkosten könnten entstehen

Recherchen des WDR-Magazins Westpol zeigen, dass die ehemalige Giftmülldeponie Dhünnaue bei den Planungen zum Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke nur unzureichend berücksichtigt wurde. Das Tückische: ein 13 Hektar großer Teil der Altdeponie liegt unter der aktiven Sondermülldeponie Bürrig. Das belegen Schriftstücke, die Westpol vorliegen. Untersucht wurde diese Fläche für den Autobahnausbau aber nicht.

Planer sehen keine Probleme

Der Landesbetrieb Straßen.NRW erklärte auf Westpol-Nachfrage, der Grenzbereich der Altablagerung Dhünnaue und der Deponie Bürrig sei bekannt. Aber: "Er ist nicht von den geplanten Ausbauarbeiten des Autobahnkreuzes Leverkusen-West und damit von den Arbeiten für die neue Rheinbrücke betroffen und findet daher in den Antragsunterlagen zur Planfeststellung sowie den zu Grunde liegenden Untersuchungsberichten keine Erwähnung." Und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sagte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Fachleute ein solches Problem nicht im Auge gehabt hätten, wenn es denn so existiert, wie Sie schildern."

Sorge um tiefer liegende Altdeponie

Umweltexperten sehen das anders: Im Extremfall könne die Sondermülldeponie Bürrig den darunter liegenden 13 Hektar großen Teil der Altdeponie auseinandergedrückt haben. Der Umweltexperte Harald Friedrich sagte Westpol: "Man hätte eine Gefährdungsabschätzung machen müssen. So wie das jeder Mitarbeiter in der Bezirksregierung, der für Altlasten zuständig ist, normalerweise tut. Das ist hier nicht erfolgt."

Und auch der Bauingenieur Helmut Hesse sagte: "Es ist unverantwortlich. Es ist nicht durchdacht. Was dort vorgesehen ist, ist mit ganz groben Fehlern behaftet." Die Experten rechnen für den Autobahn- und Brückenneubau deshalb mit erheblichen Mehrkosten.

Stand: 18.12.2016, 15:22