Reul fordert höhere Strafen für Kindesmissbrauch

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul stellt die Kriminalitätsstatistik für 2017 vor

Reul fordert höhere Strafen für Kindesmissbrauch

  • Innenminister Reul für härtere Gangart bei Kindesmissbrauch
  • Tat soll in jedem Fall als Verbrechen eingestuft werden
  • Innenministerkonferenz soll Druck auf Bund ausüben

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich für höhere Strafen für Kindesmissbrauch ausgesprochen. "Es ist einfach absurd, dass solche Straftaten so belanglos behandelt werden", erklärte Reul am Donnerstag (05.12.2019) im WDR. "Bei Missbrauch müssen bis zu zehn Jahre möglich sein. Das sind doch keine Bagatelldelikte", so Reul weiter. Entsprechende Vorstrafen sollen zudem wesentlich später im Bundeszentralregister getilgt werden.

Beide Forderungen bringt Reul bei der Innenministerkonferenz (IMK) ein, die noch bis Freitag (06.12.2019) in Lübeck tagt. "Von Lübeck kann ein Signal ausgehen: Hier gibt's einen großen Druck auf die Bundesregierung mit der Bitte, das zu ändern und zu verschärfen", betonte Reul. Bislang stehe das Bundesjustizministerium hier "auf der Bremse".

Fünf Jahre für Besitz von Kinderpornografie

Nach dem Willen des NRW-Innenministers soll Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen - nicht nur als Vergehen - eingestuft werden, was mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft einher ginge. Beim Besitz von Kinderpornografie sollen künftig bis zu fünf statt bis zu drei Jahre drohen.

Länger im Bundeszentralregister

Auch die Tilgungsfristen für das Bundeszentralregister und die Fristen für die Nichtaufnahme in polizeiliche Führungszeugnisse für Straftäter aus dem Bereich Kindesmissbrauch und Kinderpornografie sollen "deutlich verlängert" werden. So solle verhindert werden, dass Verurteilte in Zukunft noch Berufe in der Nähe von Kindern ausüben können.

Stand: 05.12.2019, 14:44