Straftaten und Clan-Kriminalität in NRW: Neues "Sicherheitsgefühl" braucht Zeit

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) steht zwischen neuen Mercedes Vito für die Polizei

Straftaten und Clan-Kriminalität in NRW: Neues "Sicherheitsgefühl" braucht Zeit

Von Peter Hild

  • NRW-Innenminister zieht Jahresbilanz
  • Sicherheitsgefühl der Bürger brauche Zeit
  • Auch 2020 intensives Vorgehen gegen Clans

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat am Montag (23.12.2019) im Interview mit dem WDR 5-Landesmagazin „Westblick“ eine Zwischenbilanz zum bisherigen Kampf gegen die Clankriminalität in NRW gezogen.

Obwohl die Zahl der Straftaten in NRW laut Statistiken sinkt, habe sich bei den Bürgern über viele Jahre ein Unsicherheitsgefühl entwickelt, so Reul. Um dies abzubauen, müsse man Vertrauen in die Arbeit der Polizei schaffen, das brauche aber Zeit und mehr Personal.

Im kommenden Jahr werden laut Reul erstmals mehr Polizisten eingestellt, als aus dem Dienst ausscheiden. Mit künftig 2500 Neueinstellungen pro Jahr „kommen wir ein Stück vorwärts“, sagte Reul, „aber die Probleme werden auf der anderen Seite auch nicht weniger.“

NRW-Innenminister Reul über Weihnachten, Clans und die Polizei

WDR 5 Westblick - Interview 23.12.2019 07:26 Min. Verfügbar bis 22.12.2020 WDR 5

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Kampf gegen kriminelle Clans soll intensiv weitergehen

Auch im Kampf gegen die Clankriminalität mahnte der CDU-Innenminister zur Geduld. Die kriminellen Geschäfte der Clans ließen sich nur „durch langwieriges und konsequentes Handeln sowie systematische Ermittlungsarbeit“ bekämpfen. Die eingeschlagene Strategie der Landesregierung mit regelmäßigen Razzien will Reul auch im kommenden Jahr fortsetzen und intensivieren.

Ich habe den Eindruck, unser Vorgehen zeigt bereits Wirkung“, zeigte sich Reul überzeugt. So hätten einige Clans zum Beispiel ihre internen Lieferketten verändert. Die Ermittler seien daher immer wieder neu gefordert. Darauf reagiert die Landesregierung mit einer geplanten neuen zentralen Dienststelle gegen Clankriminalität in Essen. Dort sollen Polizei, Zoll, Steuerfahndung und die Kommunen enger zusammenarbeiten und Straftaten effektiver verfolgen können.

Stand: 23.12.2019, 19:16