Reul: Anschlag in Hagen sollte "möglichst volle Synagoge" treffen

Überwachung der Synagoge in Hagen durch Videokameras und Polizei

Reul: Anschlag in Hagen sollte "möglichst volle Synagoge" treffen

Der mutmaßlich vereitelte Anschlag auf die Synagoge in Hagen sollte den Erkenntnissen der Ermittler zufolge eine möglichst volle Synagoge treffen. Dies sagte Innenminister Reul im Landtag.

Tatort und Tatzeitraum sollen geplant gewesen sein - so hieß es bisher von Innenminister Herbert Reul zum mutmaßlich vereitelten Terroranschlag in Hagen. Heute nannte der Innenminister weitere Details. Demnach sollte der Anschlag "eine möglichst volle Synagoge treffen". Deshalb sollte er "an einem hohen jüdischen Feiertag" verübt werden, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Der vereitelte mutmaßlich islamistische Anschlag auf die Synagoge könnte den Angaben zufolge aber auch für einen anderen jüdischen Feiertag als Jom Kippur geplant gewesen sein. Im konkreten Hinweis eines ausländischen Geheimdiensts sei nur von einem "hohen jüdischen Feiertag" die Rede gewesen, so Reul. Da das höchste Fest Jom Kippur unmittelbar bevorstand, waren sich demnach alle Behörden einig, dass schnell gehandelt werden müsse.

NRW-Behörden hatten keine Erkenntnisse

Über den Tatverdächtigen hätten die NRW-Behörden zuvor keine Erkenntnisse gehabt. "Das ist aber auch logisch, weil diese Person nicht auffällig geworden ist." Der 16-jährige Tatverdächtige habe bei seiner Festnahme spontan geäußert, dass er keinen Anschlag habe begehen wollen. Er habe nur "schauen wollen, wie man eine Bombe baut", sagte Reul. Der Jugendliche befindet sich seit dem vergangenen Freitag in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Innenminister Reul müsse deutlich sagen, welche Maßnahmen er nun ergreifen wolle, um Antisemitismus zu bekämpfen, sagte SPD-Fraktionsvize Sven Wolf. Man müsse verhindern, dass sich junge Menschen radikalisieren. AfD-Fraktionschef Markus Wagner kritisierte, die Sicherheitsarchitektur in NRW sei "nicht ausreichend" auf "wachsende Probleme" vorbereitet.

Nach Hagen

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 20.09.2021 11:53 Min. Verfügbar bis 20.09.2022 WDR 5


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Stand: 23.09.2021, 16:22

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