Clankriminalität: Reul will stärkere Zusammenarbeit der Länder

Herbert Reul, 13.02.2019

Clankriminalität: Reul will stärkere Zusammenarbeit der Länder

  • Gemeinsame Erklärung mit Berlin und Bremen
  • Bundesweites Lagebild der Clankriminalität nötig
  • Innenminister tagen ab Mittwoch in Kiel

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) fordert eine stärkere Zusammenarbeit der Bundesländer im Kampf gegen kriminelle Clanstrukturen. In einer gemeinsamen Erklärung mit den Innensenatoren von Berlin und Bremen heißt es: Wichtig sei es, Erfahrungen auszutauschen, Maßnahmen abzustimmen und das Bundeskriminalamt einbeziehen zu können. Nötig sei aber auch ein bundesweites Lagebild der Clankriminalität.

"Die Aktivitäten krimineller Clans machen an Bundesländergrenzen nicht halt, also dürfen es die Ermittler auch nicht tun", sagte Reul. Das Vorgehen gegen die Clan-Kriminalität ist auch Thema der Innenministerkonferenz, die von Mittwoch bis Freitag (12.-14.06.2019) in Kiel stattfindet.

Clans mit Verbindungen in alle Bundesländer

Reul hatte Mitte Mai das erste Lagebild zur Clankriminalität in NRW vorgestellt. Demnach verortet die Polizei in NRW 104 kriminelle Clans. Allein in den Jahren 2016 bis 2018 sollen rund 6.500 Verdächtige aus der Szene für mehr als 14.000 Straftaten verantwortlich gewesen sein.

NRW-Innenminister Herbert Reul und LKA stellen Lagebild zu Clankriminalität vor Lokalzeit aus Duisburg 15.05.2019 Verfügbar bis 15.05.2020 WDR Von Sebastian Galle

Wie vernetzt die Clans in Deutschland sind, zeigte eine Großhochzeit im Ruhrgebiet im Dezember, zu der Hunderte Gäste nach Mülheim an der Ruhr anreisten. Die Feiernden gehörten zwei der wichtigsten libanesisch-stämmigen Clans mit Verbindungen in alle Bundesländer an. "Clan-Kriminalität ist keine Kleinkriminalität", sagte Reul.

"Konsequente Null-Toleranz-Linie" bei Bagatelldelikten

Das Thema erhalte inzwischen auch bundesweit die Aufmerksamkeit, die es verdiene, betonte Reul. Er sei zuversichtlich, dass sich die Innenminister in Kiel auf eine "dringend erforderliche Roadmap" verständigen werden.

NRW setze seit Sommer 2017 auf Razzien, einen konzertierten, behördenübergreifenden Ansatz und eine "konsequente Null-Toleranz-Linie" auch bei sogenannten Bagatelldelikten, versicherte Reul.

Im Landeskriminalamt sei zudem eine "Task Force Finanzermittlungen" gegründet worden, von der er sich viel verspreche. Gleichzeitig arbeiteten Präventionsexperten an Konzepten für ein Aussteigerprogramm.

Clans in NRW: Echte oder überschätzte Gefahr?

WDR RheinBlick 17.05.2019 21:35 Min. Verfügbar bis 17.05.2020 WDR Online

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Stand: 09.06.2019, 15:40