NRW-Innenminister will Teile der AfD beobachten lassen

NRW-Innenminister will Teile der AfD beobachten lassen

Von Christoph Ullrich

  • NRW-Innenminister Reul will über Verfassungsschutz-Beobachtung nachdenken
  • Gemeinsame Auftritte von AfD und Pegida in Chemnitz Auslöser
  • Auch AfD-Landeschef nahm an umstrittener Veranstaltung teil

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine Beobachtung von Teilen der AfD durch den Verfassungsschutz ins Spiel gebracht. Es sei an der Zeit, über eine Beobachtung der sogenannten Patriotischen Plattform nachzudenken.

Reul bestätigte dem WDR entsprechende Äußerungen in der NRZ. Die Plattform gilt als äußerst rechte Gruppierung innerhalb der Partei.

Gemeinsamer Trauermarsch mit Pegida

"Seit an Seit mit Herrn Bachmann, das lässt tief blicken", sagt Reul über Bilder von einer Demonstration in Chemnitz. Am Samstag hatten sich prominente AfD-Vertreter, wie zum Beispiel der thüringische Landeschef Björn Höcke, unter anderem mit Lutz Bachmann gezeigt. Dieser ist Initiator des islamfeindlichen Bündnisses Pegida.

NRW-Vertreter mit auf umstrittenem Bild

Mit im Bild sind auch zwei Mitglieder der AfD-Landtagsfraktion aus NRW: Der Chef der Landes-AfD Thomas Röckemann und Christian Blex. Der gemeinsame Auftritt bei der Veranstaltung in Chemnitz hat eine Debatte um eine mögliche Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz ausgelöst.

NRW-Grüne für Überwachung der NRW-AfD

Inzwischen fordern die Grünen im Landtag eine Überwachung der Gesamtpartei. Die Fraktionsvorsitzende Monika Düker sagte: "Auch in Nordrhein-Westfalen sitzen in der AfD-Fraktion die geistigen Brandstifter, die den Weg für die Gewaltexzesse auf den Straßen bereiten."

In Chemnitz demonstrieren seit mehr als einer Woche verschiedene Gruppen. Auslöser ist die tödliche Messerattacke auf einen 35-Jährigen.

Kommentar: Die AfD ist eine reale Gefahr

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 04.09.2018 02:52 Min. WDR 5

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Stand: 03.09.2018, 12:55