Rente mit 69 stößt auf Kritik

Rente mit 69 stößt auf Kritik

  • Arbeitnehmer sollen später in Rente gehen
  • Vorschlag der Bundesbank
  • DGB NRW äußert Kritik

Der Vorschlag der Bundesbank, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben, stößt auf Kritik.

Rente mit 69

WDR 5 Morgenecho - Medienschau 22.10.2019 03:32 Min. Verfügbar bis 21.10.2020 WDR 5

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Die stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, Sabine Graf, sagte am Montag (21.10.2019) dem WDR: "Das Renteneintrittsalter jetzt auf knapp 70 Jahre anheben zu wollen, wo schon die Rente mit 67 ein Fehler war, ist ein großer Schritt in die völlig falsche Richtung."

Die Gewerkschafterin verwies darauf, dass es bereits heute nur wenige bis zur regulären Rente schafften. Gerade Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schlecht dastünden, schieden oft vorzeitig aus dem Berufsleben aus und müssten zum Teil erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.

"Wer Angst um eine klamme Rentenkasse hat, sollte an anderen Stellschrauben drehen", erklärte Graf. Beispielsweise an der Stärkung der Tarifbindung. Gute Löhne nach Tarif stärkten am Ende auch die Rentenkasse.

Warum hält die Bundesbank ein höheres Renteneintrittsalter für sinnvoll?

Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck, insbesondere ab Mitte der 2020er Jahre. Das stellt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober fest.

Um das System stabil zu halten, bestehe "Anpassungsbedarf bei den zentralen Stellgrößen der Rentenversicherung“, schreiben die Ökonomen. Ein wichtiger Ansatzpunkt für weitere Reformen ist aus ihrer Sicht das Rentenalter.

Wer wäre betroffen von dem höheren Renteneintrittsalter?

Nach Bundesbank-Berechnung würden die Geburtsjahrgänge ab 2001 ab Mai 2070 mit 69 Jahren und vier Monaten regulär in Rente gehen. Eine solche Anpassung würde nicht nur die Rentenkasse entlasten, argumentiert die Notenbank.

Sie würde über eine höhere Erwerbstätigkeit auch das gesamtwirtschaftliche Potenzial stärken und damit die Bemessungsgrundlagen für Steuern und Sozialbeiträge stützen.

Wie hoch ist das Rentenniveau derzeit?

Derzeit liegt das Rentenniveau - es markiert das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn - bei rund 48 Prozent. Mit der Erhöhung des Rentenalters würde es bis 2070 laut Bundesbank-Berechnungen auf rund 43 Prozent sinken und sich bei 44 Prozent stabilisieren. Zum Vergleich: Ohne diese Änderungen würde das Rentenniveau bis 2070 auf rund 40 Prozent schrumpfen.

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Stand: 21.10.2019, 21:00

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Albert Einstein 23.10.2019, 14:07 Uhr

    Das Eintrittsalter heraufzusetzen ist der falsche Weg. Da tausch man nur Alters- gegen Erwerbsunfähigkeitsrentner aus. Um das Chaos zu vermeiden, müsste man - wie auch bei privaten Rentenversicherungen - die Beitragshöhe vom Eintrittsalter abhängig machen. Wer als Akademiker erst mit 35 den ersten Rentenbeitrag zahlt, kann nicht mit dem gleichgestellt werden, der mit 16 eine Lehrstelle antritt. Stattdessen für ein Studium auf kostenlose Zusatzpunkte zu vergeben, geht dagegen auf Kosten der Allgemeinheit. Auch abgeschafft gehörte die Beitragsbemessungsgrenze, die Gutverdienende schont.

  • 14 Achim 23.10.2019, 14:07 Uhr

    Ein Gesetz muss umgehend her das die Arbeitgeber im Einzelhandel wieder TARIF LÖHNE zahlen müssten. All das was jetzt abgeht dh. Löhne unter Tarif zu zahlen wird jeder einzelne bei seiner Rentenzahlung merken. Die Renten sind sicher, der SPRUCH von Herrn Blüm, das ich nicht Lache. Den Rest haben wir der Regierung Merkel zu verdanken.

  • 13 Achim 23.10.2019, 14:00 Uhr

    Ihr habt doch alle den KNALL nicht gehört.

  • 12 Ralf 23.10.2019, 12:23 Uhr

    Ich wähle schon die „Populisten“ wegen der Rente mit 67, dann muss ich mich mal bei den Radikalen umschauen. Es ist „die völlig falsche Richtung“, schon wieder. Die offizielle Arbeitslosenstatistik ist banal eine politische Lüge. Beim WDR habe ich dazu gefunden: MONITOR vom 24.08.2017 „Jobwunder durch Hartz IV und Co.?“ oder bei Tagesschau „Was die offizielle Statistik verbirgt“. Es gibt nicht genug Arbeit für eine 40 Std/Woche, also muss man die Arbeitszeit verkürzen und nicht verlängern. Das Problem dabei, wenn wir nicht ärmer werden wollen brauchen wir den vollen Lohnausgleich, was im gemeinsamen Markt der EU nicht funktionieren kann. Die Spanne der EU-Mindestlöhne reicht von 2 Euro bis 12 Euro was im Groben das unterschiedliche Lohnniveau widerspiegelt. Wir haben in der EU den Wettbewerb der niedrigsten Löhne und Renten. Entweder die EU oder die Soziale Marktwirtschaft, beides geht nicht. Nur zu, wenn man andere Lösungen findet aber Rente mit 67 oder 69 quittiere ich bei der Wahl.

  • 11 Romek 23.10.2019, 09:50 Uhr

    Wie wäre es wenn unsere Politiker auf teil ihrer Gelder verzichten und unsere Beamten sich an der Rentenkasse beteiligen. Warum wird meine Rente dann noch Versteuert und ich Sozialabgaben zahlen muss.

    Antworten (1)
    • Svenja 23.10.2019, 13:57 Uhr

      Sie haben ja so recht!!!!!

  • 10 Michael 123 23.10.2019, 09:44 Uhr

    so was ist nur Statistik die nicht mit der Wirklichkeit zu tun hat. So weit in die Zukunft zu berechnen ist totaler Unsinn und ist wissenschaftlich nicht zu halten und nur Dumm. Nur als Beispiel wurde in irgend ein Modell die Wiedervereinigung einberechnet nein es war nicht vorhersehbar. Nach dem auch kranken Klimamodell ist wir schon in 15 Jahren nicht mehr da. Natürlich ist das auch eine Lüge Ehrlich wäre es mit den nächten 20 Jahren zu beschäftigen. aber auch das ist Glaskugel lesen. Trump brauch nur noch etwas mehr durchzudrehen und dann kann man die Wirtschaft vom Boden kratzen. Was kommt nach Trump, was passiert wenn China sich destabilisiert. Was wenn der Euro aufgrund läuft?

  • 9 Die Roboter kommen 23.10.2019, 07:29 Uhr

    In 15 Jahren werden ca. 50% der Jobs durch Roboter bzw. Androiden oder K.I. erledigt werden. Wir müssen weg von dem alten Modell, dass die restlichen noch arbeitenden Menschen für alle anderen aufkommen. Schon vor 35 Jahren habe ich in einer SoWi-Arbeit vorausgesagt, dass es dazu kommen wird und ein System vorgeschlagen, bei dem jedes Unternehmen, welches aus Profitgründen Menschen durch Roboter ersetzt, für diese freigestellten Menschen aufkommen muss, Anders wird es nicht zu finanzieren sein. Und genug Geld ist bei den Unternehmen vorhanden, wie man an den Jahresergebnissen klar erkennen kann. Es nutzt ja auch nix, wenn sich das Kapital nur noch in den Unternehmen bzw. bei den Aktionären ansammelt und die Kunden sich nichts mehr kaufen können, weil sie kein Geld haben.

  • 8 Michael 22.10.2019, 19:54 Uhr

    Es gibt nur die Alternative das mehr Geld in die Rentekasse kommt, ich würde den Solidaritäts - Beitrag dafür einsetzen. Sind wir doch eh schon Jahrelang mit über den Tisch gezogen worden.

  • 7 Anonym 22.10.2019, 19:28 Uhr

    Alles wunderbar: Ich habe mit 14 Jhr. (1968)eine 3-jährige Lehre gemacht, mit Gesellinnenabschluß. Dann habe ich in der Krankenpflege gearbeitet, bin 1974 nach Schweden und habe dort 7 Semester Gesundheits- und Krankenpflege studiert. !983 kam ich nach Deutschland zurück, ich habe ununterbrochen bis zu meinem 64 Lebensjahr in der Krankenpflege gearbeitet. Also 50 Arbeitsjahre. Jetzt bin ich unendlich dankbar, dass ich Rente bekomme und frei über meine Zeit verfügen kann. Leider wurden mir die ersten drei Jahre der Rentenbeiträge einfach so weggenommen, das heißt, ich bekomme auch weniger Rente ausbezahlt. Ich bin der Meinung, dass ich meinen Beitrag geleistet habe, nun ist es Zeit für meine Nachkommen für sich zu sorgen.

  • 6 Alfred 22.10.2019, 17:00 Uhr

    Nach mehr als 37 Jahren als Beamter im ÖD, gehe ich bald in den Ruhestand. Meine Rentenansprüche die ich in gut 11 Jahren in der freien Wirtschaft erarbeitet habe, in Höhe von 580,-€ muss ich an das Land NRW abtreten. Bei einer Gehaltsehöhung gehen 0,2 % in den Rücklagenfonds der Pensionskasse. Ich habe Früh-Spät- und zig Nachdienste geleistet. Wochenende, Weihnachten, Ostern, Sylvester, Feiertag ( natürlich ohne Brückentag) gearbeitet. Und das soll ich mir Bescheidenheit verordnen. Als ich als Beamter anfing, wollte kaum einer in den Staatsdienst, woanders wurde viel mehr verdient. Nun heulen einige und zeigen Neid. Haben die Fehler bei der Berufswahl gemacht ? Der Rock des Beamten ist nicht weit, aber er hält warm.

  • 5 Gerechtigkeit 22.10.2019, 16:38 Uhr

    Solange die Bürgerversicherung von oben boykottiert wird gibt es es keine Gerechtigkeit. Wer nicht einzahlt hat auch kein Recht was aus dem Rententopf raus zunehmen . Alle haben einzuzahlen. Dann können alle auch raus nehmen. Da können die Politiker und Beamten von Österreich nur lernen. Glück auf !🤔

  • 4 Meinemeinung 22.10.2019, 15:02 Uhr

    Es ist doch einfach, wenn die Meisten erst mit 30 Jahren versicherungspflichtig anfangen zu arbeiten, dann kann man erst mit 75 in Rente gehen. Ist doch jetzt auch so, dass die Jahre voll sein müssen. Können die Leute nicht mehr rechnen. Ja, erst mit 30 anfangen aber mit 63 aufhören, also nur 33 Jahre arbeiten, alles andere ist für die Leute eine Zumutung. Ach übrigens, wer eine Ausbildung macht, verdient in der Regel auch genug für eine gute Rente .

  • 3 Rentner 22.10.2019, 14:17 Uhr

    Bundesbank? Zum Wohle des Kapitals müssen alle mehr und länger arbeiten. Ws für ein Murkshaufen?

  • 2 Renate 22.10.2019, 13:08 Uhr

    Gebt mir einfach meine ganzen eingezahlten Rentenbeiträge zurück. Da hab ich mehr von, als wenn ich weiter malochen geh, die Kassen fülle und ins Gras beiße, wenn ich das Rentenalter erreicht hab. Ich möchte irgendwann auch noch was vom Leben haben, als nur zu arbeiten.

  • 1 Duplo 22.10.2019, 12:15 Uhr

    Eine Alternative wäre es, die Berufspolitiker und Beamte ebenfalls in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. In Ländern wie z.B. Österreich wird das praktiziert und das Ergebnis ist, dass das Thema Altersarmut so gut wie keine Rolle spielt und das auch einfache Arbeiter und Arbeiterinnen ein würdigen Lebensabend haben können. So viel zum Solidarprinzip.