NRW-SPD streitet um Linksruck

NRW-SPD streitet um Linksruck

Von Mathea Schülke

  • SPD-Landesvorstand fordert linkes Profil
  • Samstag Regionalkonferenz in Oberhausen
  • Neue Initiative "Die wahre SPD" gegen Linksruck

Am Freitag (07.06.2019) hatte sich der NRW-Parteivorstand getroffen und einen Brief an die neue Berliner Troika formuliert: Darin ist die Rede vom "falschen Glauben an den Markt" und von "Rot Pur".

In einem Interview mit dem WDR wollte SPD-Landeschef Sebastian Hartmann am Samstag bei einer Regionalkonferenz in Oberhausen jedoch nicht von einem Linksruck reden. Er betonte vielmehr, dass die SPD ein eigenständiges Profil brauche.

Initiative ist umstritten

Wohin steuert die SPD aber dann? Der Spiegel titelt: Kommt jetzt Kevin, also der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert mit den Sozialismus-Ideen. Für den Ex-Chef der NRW-SPD, Michael Groschek, ist er ein rotes Tuch. Er macht deshalb mit bei einer Initiative namens "die wahre SPD". Sie will den Linksruck verhindern.

Gegenüber dem WDR sagte Groschek am Samstag, der Titel sei vielleicht anmaßend, aber es komme darauf an, dass man die Alltagssorgen der Menschen in den Mittelpunkt stelle. Die Initiative ist innerhalb der NRW-SPD allerdings umstritten.

Gibt es für die SPD noch Hoffnung?

WDR RheinBlick 07.06.2019 42:44 Min. WDR Online

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Ein anderes Thema bei der Regionalkonferenz war eine mögliche Doppelspitze für die Sozialdemokraten. Dagegen gab es laut Hartmann jedoch Vorbehalte.

Erfahrungen anderer Parteien seien mahnende Beispiele. Mit Blick auf die aktuelle Führung der Grünen sagte Hartmann: "Dort ist es die Ausnahme, dass es funktioniert."

Bundesparteitag nicht vorziehen

Zudem habe es keine Vorstöße bei der Frage gegeben, wer konkret auf die zurückgetretene Partei-Chefin Andrea Nahles folgen solle. Zunächst stünden Inhalte und Strukturfragen im Mittelpunkt. Der Bundesparteitag solle wie geplant im Dezember stattfinden.

Stand: 08.06.2019, 19:53