Pläne für Düsseldorfer Regierungsviertel werden konkret

Bild: Neue Regierungsviertel als Modell abgebildet

Pläne für Düsseldorfer Regierungsviertel werden konkret

Schon seit Jahren gibt es Pläne für den Ausbau des Regierungsviertels in Düsseldorf. Jetzt wird es konkret, Kernstück wird der Bau von zwei Hochhäusern auf einem Areal unweit des Landtags.

Ende der Neunziger Jahre schlug die damalige rot-grüne Landesregierung den Bau des „Höhn – Towers“ vor. Das Gebäude sollte das Ressort der damaligen Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) beherbergen und war der erste Versuch, die Ministerien der Landesregierung rund um das Landesparlament stärker zu konzentrieren. Rund zwei Jahrzehnte später nimmt die Idee, ein echtes Regierungsviertel zu schaffen, tatsächlich konkrete Formen an. Abgeordnete und Mitarbeiter der Ministerien können in Zukunft wohl viel Zeit sparen.

Lange Wege für Abgeordnete und die Mitarbeiter mehrerer Ministerien

Bisher sind mehrere Ministerien, zum Beispiel das Umweltministerium und das Finanzministerium, bis zu drei Kilometer vom Landtag entfernt untergebracht. Markus Herbert Weske von der SPD arbeitet im Haushalts- und Finanzausschuss und findet, die räumliche Distanz behindere die Zusammenarbeit. „Wenn aus dem Hofgarten die Kolleginnen und Kollegen aus dem Finanzministerium anreisen, ist schon mal eine Stunde weg“, sagt Weske.

Hier sollen die Neubauten entstehen

Das alte Innenministeriums muss weg - Hier sollen hier die Neubauten entstehen

Die Zeit der kurzen Wege zwischen Finanzministerium und Landtag wird bald kommen. Kernstück der Pläne ist ein 2000 Quadratmeter großes Areal neben der Rheinkniebrücke und unweit des Landtags. Noch steht dort ein altes Bürogebäude, das vor Jahren als Innenministerium genutzt wurde und jetzt das Polizeipräsidium beherbergt. Es ist ein von Verkehr umbraustes, Asbest verseuchtes Gebäude. Nach dem Abriss wird hier in einem Hochhaus das Finanzministerium entstehen, gleich daneben, in einem kleineren Gebäude, die NRW - Bank.

Mehr Nähe zu demokratischen Institutionen

in Zukunft soll das Gelände begrünt werden und man wird zu Fuß zum Landtag gehen können. „Wir bieten ein bisschen mehr Spielraum in die Höhe, fordern dafür aber ein durchlässiges Erdgeschoss, öffentliche Räume“, sagt die bei der Stadt Düsseldorf zuständige Bauderzernentin Cornelia Zuschke. Das ermögliche mehr Nähe der Bürger zu den demokratischen Institutionen.

"Architektonisches Highlight"

Wie genau die beiden Gebäude aussehen werden, steht noch nicht fest. Momentan läuft ein Architekturwettbewerb. Markus Lehrmann von der Architektenkammer NRW sieht die Chance, in prominenter Lage ein architektonisches Highlight zu realisieren. „Gerade in der heutigen Zeit ist wichtig zu zeigen, was parlamentarische Demokratie ist“, findet Lehmann. Vorbild könnte das Landtagsgebäude sein, das mit seinen leicht versetzten runden Formen und Segmenten die Strukturen des Parlaments architektonisch veranschaulicht.  

Das neu zu bauende Finanzministerium macht erst den Anfang, auch das drei Kilometer entfernte Umweltministerium will die Landesregierung in der Nähe des Landtags ansiedeln, dafür sollen Büroflächen angemietet werden. Zwanzig Jahre also, nachdem mit dem sogenannten Höhn - Tower erstmals über den Bau eines neuen Ministeriumsgebäudes in unmittelbarer Nähe des Landtags nachgedacht wurde, könnte es also endlich klappen, mit einem echten Regierungsviertel für die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Stand: 13.09.2021, 13:27