Kohleausstieg: RWE könnte zwei Milliarden bekommen

Braunkohlekraftwerk Neurath I, Hoeningen, Nordrhein-Westfalen

Kohleausstieg: RWE könnte zwei Milliarden bekommen

  • Kohleausstieg: Gerüchte über Einigung zwischen RWE und Bund
  • RWE könnte 2,5 Milliarden für Abschaltungen bis Ende 2022 bekommen
  • Entschädigungen: zusätzlich 700 Millionen für Sozialpläne im Gespräch

Die Entschädigungs-Verhandlungen der Bundesregierung mit den Kraftwerksbetreibern über den geplanten Kohleausstieg laufen unter Hochdruck.

Kriegt RWE Milliarden für alte Kraftwerke?

WDR 5 Westblick - aktuell 10.01.2020 03:33 Min. Verfügbar bis 09.01.2021 WDR 5

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Offiziell dringen keine Informationen nach draußen. Unter der Hand wurden aber am Freitag (10.01.2020) Summen genannt, die allerdings noch mit Vorsicht zu genießen sind.

Zwei Milliarden für 2,5 Gigawatt Kraftwerksleistung

Demnach könnte es möglicherweise eine Einigung mit dem Energiekonzern RWE geben: Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungs- und Branchenvertreter berichtet, könne RWE mit rund zwei Milliarden Euro rechnen - für die Abschaltung von Kraftwerksblöcken mit rund 2,5 Gigawatt Leistung bis Ende 2022.

RWE-Chef Rolf Schmitz hatte letztes Jahr Entschädigungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für jedes Gigawatt abgeschalteter Leistung gefordert. Die Sozialpläne für 3000 Mitarbeiter in Kraftwerken und vor allem Tagebauen solle der Bund mit zusätzlichen 700 Millionen Euro finanzieren. Zu den Zahlen wollten sich sowohl RWE sowie das Bundeswirtschaftsministerium nicht äußern.

Ein halbes Gigawatt fehlt noch

Den Informationen zufolge ist noch offen, wie und wo weitere 0,5 Gigawatt Braunkohle-Kapazität bis Ende 2022 stillgelegt werden können. Denn die Kohlekommission hatte die Abschaltung von drei Gigawatt bis Ende 2022 gefordert.

Die fehlenden 0,5 Gigawatt könnten in den ostdeutschen Revieren abgeschaltet werden, was aber auf Widerstand bei den dortigen Ministerpräsidenten stößt. Am kommenden Mittwoch (15.01.2020) wollen die Ministerpräsidenten der Kohleländer darüber mit Kanzlerin Angela Merkel sprechen.

Zu den Zahlen wollten sich sowohl RWE sowie das Bundeswirtschaftsministerium nicht äußern. Am Dienstag wollen Betreiber und Regierung offenbar noch einmal zusammenkommen.

Stand: 10.01.2020, 14:44